Johannes Paul ll. soll noch nicht sprechen
Papst deligiert Großteil der Ostermesse

Zum ersten Mal in seiner Amtszeit hat Papst Johannes Paul II. die Leitung der meisten Veranstaltungen zum Osterfest an seine Kardinäle abgegeben. Nach einem am Dienstag vom Vatikan veröffentlichten Programm für die Feiertage wird das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche nur den traditionellen Segen am Ostersonntag sprechen.

HB VATIKAN-STADT. Die Ostermesse und nahezu alle weiteren Zeremonien zwischen Palmsonntag und Ostersonntag, der Zeit zwischen dem 20. und 27. März, werden von Kardinälen übernommen. Den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) soll Papst Johannes Paul II. aber am Ostersonntag erteilen. Nach seinem Luftröhrenschnitt soll der 84-Jährige auf Rat der Ärzte noch so wenig wie möglich sprechen. Eine Entlassung des Papstes aus dem Krankenhaus ist laut einem am Montag veröffentlichten medizinischen Bulletin des Vatikans jedoch noch vor dem Beginn der Karwoche möglich.

Währenddessen haben die katholischen Bischöfe in Spanien überraschend eine neue Führung der spanischen Kirche gewählt. Sie stimmten am Dienstag in Madrid entgegen den Erwartungen für den Bischof von Bilbao, Ricardo Blázquez, als neuen Präsidenten der Bischofskonferenz. Der bisherige Amtsinhaber Kardinal Antonio María Rouco, Erzbischof von Madrid, verpasste die notwendige Mehrheit für eine Wiederwahl.

Der 62-jährige Blázquez gilt als dialogfreudig. Er war im Baskenland zunächst auf die Ablehnung der baskischen Nationalisten gestoßen, konnte im Laufe der Zeit aber deren Respekt gewinnen. Bei seiner Wahl gab nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE die Unterstützung der Bischöfe aus dem Baskenland und aus Katalonien den Ausschlag.

Blázquez löst den als konservativ geltenden Rouco ab, der sechs Jahre an der Spitze der Konferenz gestanden hatte. Rouco steht Papst Johannes Paul II. nahe und war zeitweise zu den Kandidaten für die Papstnachfolge gezählt worden. Unter seiner Präsidentschaft hatte die Bischofskonferenz in einer Reihe von Fragen mit der sozialistischen Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero in Konflikt gestanden. Dabei ging es unter anderem um das Scheidungsrecht, die Einführung der Homo-Ehe und die Rolle des Religionsunterrichts in den Schulen.

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