Johnson & Johnson
Sammelklage in Australien gegen Scheiden-Implantate

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson muss sich wegen einer Sammelklage in Australien vor Gericht verantworten. Es geht um Komplikationen bei vaginalen Netzimplantaten. Es könnten bis zu 8000 Frauen betroffen sein.
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SydneyIn Australien haben mehr als 700 Frauen wegen Komplikationen bei vaginalen Netzimplantaten eine Sammelklage gegen den US-Pharmaziekonzern Johnson & Johnson eingereicht. Angaben der Kläger-Anwälte zufolge könnten in Australien mehr als 8000 Frauen an den oft sehr schmerzhaften Folgen der Implantationen leiden. Komplikationen seien unter anderem Gewebeschäden sowie Inkontinenz, Infektionen und Schmerzen, sagte die Anwältin Rebecca Jancauskas am Dienstag in Sydney. „In vielen Fällen können sie nicht einmal mit ihren Partnern intim sein. Es hat wirklich furchtbare Konsequenzen.“

Die Synthetik-Netze kommen etwa bei einer Gebärmuttersenkung nach der Geburt oder bei Inkontinenz zum Einsatz. Die Netze sollen überdehntes oder gerissenes Bindegewebe unterstützen und werden wie Hängematten im Becken fixiert. Auch in Großbritannien, den USA und Kanada haben Frauen gegen Hersteller dieser Netze geklagt. Die Kläger-Anwälte in Australien werfen dem Hersteller vor, klinischen Studien über mögliche Komplikationen nicht genügend Beachtung geschenkt zu haben. Johnson & Johnson äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Australien nicht zu der Klage. Die Anwälte der Firma werden sich voraussichtlich kommende Woche vor Gericht äußern. Das Verfahren ist für sechs Monate angesetzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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