Joseph Ratzinger
Deutschland am 19. April 2005: „Wir sind Papst“

Vor zehn Jahren hat die Wahl von Papst Benedikt zum Papst erst elektrisiert, dann enttäuscht. Heute geht der emeritierte Kirchenführer spazieren, denkt an den Tod – und würde gerne anders genannt werden.
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RomWar es wirklich weißer oder doch schwarzer Rauch, der da aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle kam? Nach hektischem Rätseln war an jenem 19. April vor zehn Jahren klar: Der Rauch war weiß, es gab einen neuen Papst. Und dieser hieß zur Überraschung vieler: Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI.

Nach etwa 480 Jahren stellte Deutschland wieder einen Pontifex. Aus anfänglicher Skepsis wurde Euphorie („Wir sind Papst“), über die sich dann doch bald ein Schatten legte. Ausgelöst einerseits durch Benedikts konservative Linie, durch Kommunikationspannen des Vatikans und durch Krisen, die die katholische Kirche als Ganzes erschütterten.

Schwer wog die Last des Amtes auf den Schultern des Mannes aus Bayern, der schon Jahrzehnte vor seiner Papstwahl als Kardinal Ratzinger im Vatikan als Präfekt der Glaubenskongregation hinter den Kulissen die Fäden in der Hand hielt. Zu schwer. Nach fast acht Jahren, im Februar 2013, traf die Welt die Sensation völlig unvorbereitet: Papst Benedikt tritt zurück. Ein Rücktritt eines Papstes - so etwas gab es seit mehr als 700 Jahren nicht mehr.

Bis heute wird spekuliert, was der Grund war. Waren es wirklich die Gebrechen des Alters, die fehlende Kraft, solch ein strapazierendes und verantwortungsvolles Amt auszuführen? Oder war es der Vatileaks-Skandal um gestohlene Dokumenten und Enthüllungen über Intrigen im Vatikan? Fest steht, dass man dem damals 85-Jährigen die Mühen am Ende deutlich ansah, dass sein Körper schwach wurde.

Eine Popularität wie sein Vorgänger Papst Johannes Paul II. konnte Benedikt nie erreichen, zuwider war dem Theologie-Professor der Medienhype. „Die Wahl des Nachfolgers des großen Johannes Paul II. musste wirken wie eine einzige Provokation....Der angeblich so scheue Intellektuelle auf dem Stuhl des Menschenfischers? Und dann auch noch jemand aus dem Land der Kirchenspaltung und des Naziterrors?“, schreibt dazu Benedikt-Biograf Peter Seewald.

Und auch die Spontanität und Offenheit seines Nachfolgers Franziskus fehlten dem Mann aus Marktl am Inn. Doch selbst seine Kritiker mussten einräumen, dass dem früheren Erzbischof von München und Freising intellektuell niemand das Wasser reichen konnte.

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Padre Benedetto lebt nun im Kloster

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