Juan Carlos macht weiter: „Spanien ist nicht die Niederlande“

Juan Carlos macht weiter
„Spanien ist nicht die Niederlande“

Die Verdienste von Juan Carlos sind in Spanien unbestritten, trotzdem wächst die Kritik am Monarchen. Der König will allerdings weitermachen – obwohl er auch gesundheitlich angeschlagen ist.
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MadridEr geht langsam, derzeit auf zwei Krücken, die Anstrengung ist seinem Gesicht bei den öffentlichen Auftritten immer mehr anzusehen. Spaniens König Juan Carlos hat bessere Tage gesehen, drei Hüftoperationen haben ihre Spuren hinterlassen. Dass er „in bester Form“ sei, wie der Monarch Anfang Januar kurz vor seinem 75. Geburtstag in seinem ersten Fernsehinterview seit mehr als zehn Jahren versicherte, war zweifellos eine starke Übertreibung.

In eben diesem Fernsehinterview machte Juan Carlos auch nicht den Eindruck eines Staatsmannes, sondern eines müden, leicht nuschelnden Senioren, der eine Platitüde nach der anderen von sich gibt und alle wichtigen, das Königshaus betreffenden Themen ausblendet: Weder die peinliche Elefantenjagd in Botswana, für die sich der König im letzten Jahr explizit beim Volk entschuldigen musste, noch seine mittlerweile fast schon offizielle Freundin, Corinna zu Sayn-Wittgenstein, noch sein der Korruption angeklagter Schwiegersohn Iñaki Urdangarin wurden auch nur erwähnt.

Immerhin, über eines ließ der König keinen Zweifel: „Ich habe Lust, weiterzumachen.“ Sich an seiner holländischen Kollegin Beatriz ein Beispiel zu nehmen und seinem Sohn, Kronprinz Felipe, das Zepter zu überlassen, dieser Gedanke liegt dem spanischen Patriarchen augenscheinlich fern.

Dabei liegen die Parallelen auf der Hand, und die spanische Presse ist auch keinesfalls zu höflich, um sie aufzuzählen. Die holländische Königin Beatrix ist genauso alt wie Juan Carlos, der holländische Kronprinz hat das gleiche Alter wie sein spanischer Counterpart Felipe, der diese Woche seinen 45. Geburtstag feierte.

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Premier Rajov steht zum König

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Kein Bonus für Felipe

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