Jurist ist dienstunfähig erkrankt
Kinderpornos auf Richter-Computer

Die Staatsanwaltschaft Marburg hat wegen des Besitzes von Kinderpornografie ein Ermittlungsverfahren gegen den Präsidenten des Verwaltungsgerichts Kassel eingeleitet.

HB MARBURG/KASSEL. Die Anklagebehörde bestätigte am Mittwoch Ermittlungen gegen den promovierten Juristen, der sich zu den Vorwürfen bereits geäußert habe. Der „Wetzlarer Neuen Zeitung“ zufolge soll er rund 1000 Dateien aus dem Internet heruntergeladen haben. Der 54 Jahre alte promovierte Jurist ist nach Auskunft des hessischen Justizministeriums derzeit „dienstunfähig erkrankt“. Die von der Zeitung genannte Zahl von 1000 heruntergeladenen Porno-Dateien wollte die Marburger Justizsprecherin Annemarie Wied nicht bestätigen.

Hessens Justizminister Jürgen Banzer (CDU) hat beim Richterdienstgericht beantragt, dem Gerichtspräsidenten vorläufig die Führung seiner Amtsgeschäfte zu untersagen und ihn in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Abhängig vom Strafverfahren werde sich ein Disziplinarverfahren anschließen.

Es sei noch Gegenstand der Ermittlungen, ob alle vorgefundenen Bilder einen Straftatbestand erfüllen. Aus diesem Grund werde sich das Verfahren voraussichtlich in die Länge ziehen, sagte Wied. Der Beschuldigte sei bereits vernommen worden und habe sich zu den Vorwürfen geäußert. Über den Inhalt der Erklärung machte Wied keine Angaben. Hinweise auf den in Marburg lebenden Richter seien aus einem anderen Ermittlungsverfahren gekommen, das die Staatsanwaltschaft im brandenburgischen Cottbus führt.

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