Justiz
USA stellen Antrag auf Auslieferung Polanskis

Er sitzt seit vier Wochen in Untersuchungshaft in der Schweiz, jetzt haben die USA die Auslieferung des Filmregiosseurs Roman Polanski beantragt. Er war Ende September in Zürich auf Grundlage eines vorläufigen US-Haftbefehls wegen eines 32 Jahre zurückliegenden Sexualdelikts festgenommen worden.
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HB BERN. Das formelle Auslieferungsgesuch ging am Donnerstagabend beim Bundesamt für Justiz ein und wird nun an den Kanton Zürich weitergeleitet, damit Polanski angehört werden kann.

Die US-Botschaft in Bern hat das Auslieferungsersuchen damit innerhalb der vertraglich festgelegten Frist von 40 Tagen übermittelt, wie das Bundesamt für Justiz am Freitag mitteilte. Gestützt auf die Anhörung Polanskis und auf die Stellungnahme seines Anwalts wird das Bundesamt für Justiz über die Auslieferung entscheiden. Dessen Sprecher Folco Galli sagte, Polanski habe nach wie vor die Möglichkeit, in eine vereinfachte Auslieferung einzuwilligen. Dann könne die Übergabe relativ rasch veranlasst werden.

Andernfalls zieht sich das Verfahren wahrscheinlich mehrere Monate hin. Kommt das Bundesamt für Justiz zu dem Schluss, dass Polanski ausgeliefert werden soll, kann der 76-Jährige den Beschluss noch anfechten.

Polanskis französische Anwälte hatten sich zuletzt widersprüchlich über die Absichten ihres Mandanten geäußert. Während Georges Kiejman eine Einwilligung in die Auslieferung nicht mehr völlig ausschloss, bekräftigte Herve Temime den angekündigten Widerstand.

Wann Polanski angehört wird, war zunächst unklar. Laut Galli gibt es dafür keine Frist. In einem Interview des französischen Radiosenders Europe 1 sagte er, Polanski drohe eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren. Er habe sexuellen Kontakt zu einer Minderjährigen zugegeben. Für andere Delikte könne er nicht belangt werden.

Das amerikanische Auslieferungsgesuch stützt sich auf einen Haftbefehl vom 1. Februar 1978. Die USA wollen Polanski wegen des sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Mädchens im Jahre 1977 zur Rechenschaft ziehen. Der Regisseur war am 26. September auf dem Flughafen Zürich-Kloten verhaftet worden, als er anlässlich des Züricher Filmfestivals in die Schweiz einreisen wollte.

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