Kachelmann-Freispruch
Terre Des Femmes fürchtet verheerende Signalwirkung

Die Menschenrechtsorganisation Terre Des Femmes befürchtet durch den Freispruch für im Kachelmann-Prozess ein völlig falsches Signal für Frauen und Mädchen in ähnlichen Situationen.
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Die Organisation Terre Des Femmes fürchtet, dass der Freispruch des ehemaligen Wettermoderators Jörg Kachelmann fatale Signalwirkung entfaltet. Alle Betroffene von sexualisierter Gewalt würden sich in Zukunft noch weniger trauen, Anzeige bei einer Vergewaltigung zu erheben, erklärte Geschäftsführerin Christa Stolle am Dienstag in Berlin. Terre des Femmes ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen.

Stolle kritisierte die Berichterstattung über den Prozess und die Vorverurteilung der Klägerin in Teilen der Öffentlichkeit. Außerdem werde gewalttätigen Männern nicht das Gefühl vermittelt, dass „übergriffiges Verhalten“ gegenüber Frauen verwerflich sei. „Selbst eine moralische Ächtung durch die Öffentlichkeit ist kaum noch vorhanden, wenn sich Prominente für beschuldigte Männer öffentlich einsetzen“, fügte sie hinzu.

Stolle wies darauf hin, in Deutschland würden laut Dunkelfeldforschung nur fünf Prozent aller Sexualstraftaten angezeigt, das entspreche etwa 8.000 Anzeigen jährlich. Fast die Hälfte der Vergewaltigungsfälle geschehe innerhalb einer Partnerschaft. Die Gründe der geringen Anzeigenbereitschaft lägen unter anderem in der Schwierigkeit, Beziehungstaten nachzuweisen, Angst vor Reaktionen innerhalb der Familie und des Umfelds sowie in der fehlenden psychischen und finanziellen Kraft, ein langwieriges Gerichtsverfahren zu überstehen.

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat sich auch nach dem Freispruch von Jörg Kachelmann an die Seite der Ex-Freundin gestellt. „Man muss auch Respekt vor dem möglichen Opfer haben“, sagte Schwarzer, die den Vergewaltigungsprozess gegen den Moderator für die „Bild“-Zeitung begleitet hatte, am Dienstag. Die Nebenklägerin - Kachelmanns Ex-Geliebte - habe „sehr überzeugend dargelegt, dass sie vielleicht die Wahrheit gesagt habe“. Der Prozess habe gezeigt, dass Kachelmann „nicht nur diese Frau gezielt manipuliert hat“. „Er kommt nicht ins Gefängnis, es bleibt alles offen“, sagte Schwarzer.

„Emma“-Verlegerin Schwarzer hatte während des Prozesses für die Ex-Geliebte Partei ergriffen und war dafür auch in die Kritik geraten.

dpa 
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Kommentare zu " Kachelmann-Freispruch: Terre Des Femmes fürchtet verheerende Signalwirkung"

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  • An Frau Christa Stolle:

    Hätte Kachelmann nach Ihrer Meinung verurteilt werden müssen? Waren keine Zweifel an seiner Schuld angebracht?

    Aus tiefster Überzeugung bin ich dafür, daß jede Vergewaltigung geahndet werden soll. Aber jeden - aber auch jeden - Mann, der beschuldigt wird, zu verurteilen, ohne zu erwägen, daß es auch eine falsche Beschuldigung sein könnte, ist wirklich absurd! Gibt es da für Sie keine Alternative?

    In diesem Verfahren ist schon von Beginn an einiges falsch gelaufen: keine zeitnahe Sicherung aller Spuren, eine Polizei, die es versäumt hat, wörtliche Protokolle aufzunehmen, wahrscheinlich keine früh einsetzende professionelle Betreuung und Beratung des angeblichen Opfers und eine Staatsanwaltschaft, die nur einseitig ermittelt, dafür aber umso eifriger die Medien bedient!

    Einer Frau, die vergewaltigt wurde, kann man nur raten, von Anfang an ganz penibel bei der Wahrheit zu bleiben. Kein Opfer hat es nötig, die eigene Glaubwürdigkeit durch erfundenes Beiwerk zu bekräftigen! So etwas kann doch nur Zweifel erzeugen! Der Polizei und der Staatsanwaltschaft kann man nur zu mehr Professionalität raten. Als Laie fand ich auch die Verhandlungsführung katastrophal: erst alle "Gespielinnen" vorzuladen - denen auch die lukrative Vermarktung ihrer Aussagen gestattet wurde - bevor man die Hauptzeugin vernahm, verstehe ich absolut nicht. Das erweckte den Eindruck, daß die Verurteilung von Kachelmann schon von Anfang an beschlossene Sache war!

    Bei diesem Ablauf sollten keine Zweifel aufkommen?

    Die mangelhafte Professionalität der Ermittlungsbehörden und ihre demonstrative Einseitigkeit - auch ohne die falschen Aussagen des vermeintlichen Opfers - hat die Mehrheit der Beobachter zu der Überzeugung gebracht, daß Kachelmann unschuldig ist. Hat sich das Gericht am Ende nur diesen Zweifeln von außerhalb gebeugt, die es doch schon allein durch sein eigenes Verhalten gesät hatte?

  • Das angebliche Opfer hatte hier mit einer von Langer Hand vorbereiteten Inszenierung, offensichtlichen Lügen und unverhohlenen Manipulationsbemühungen (der Soziopath von Nebenan) gezeigt: so geht es nicht, selbst Soziopath.

    Das ist sicher auch für alle Frauen eine positive Erkenntniss.

    Tatsächliche Opfer haben also überhaupt keinen Grund über den Ausgang dieses Verfahrens zu klagen, sehr wohl aber über das zumindest zweifelhafte Gebaren ihrer "Schwester".

  • Verheerende Signalwirkung, wenn jetzt auch noch zu Unrecht Beschuldigte freigesprochen und freigelassen werden. Wie soll Frau jetzt noch ihren Frust loswerden? Bloody difficult job I tell ya.

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