Kälteeinbruch bleibt aus
Eisheilige machen sich rar

Ob es an der globalen Erderwärmung liegt, ist umstritten. Fest steht aber: Den als „Eisheilige“ bekannten Kälteeinbruch Mitte Mai gibt es immer seltener. Hobbygärtner müssen nur noch alle fünf Jahre um ihre Pflanzen fürchten.

HB OFFENBACH. Die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) belegen es: In den vergangenen drei Jahrzehnten ist das Phänomen nur noch etwa alle fünf Jahre deutlich in Erscheinung getreten, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. Vor rund 100 Jahren seien die „Eisheiligen“ noch in sieben von zehn Jahren nachweisbar gewesen. Ob dies direkt mit der globalen Erwärmung zusammenhängt, sei unter Klimaforschern umstritten. Die Eisheiligen gehen auf Namenstage von Heiligen zurück und dauern je nach Region vom 11. bis 15. Mai.

Auch in diesem Jahr deutet nichts auf einen Kälteeinbruch in den nächsten Tagen hin – „es sieht gar nicht danach aus“, sagte DWD-Meteorologe Ansgar Engel. Eine typische Eisheiligen-Wetterlage sieht nach Angaben des Meteorologen so aus: Zwischen einem Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln und einem Tief über dem Baltikum fließt mit nördlicher Strömung arktische Meeresluft nach Mitteleuropa. Dann können die Temperaturen nachts auch unter den Gefrierpunkt fallen und empfindliche Pflanzen schädigen. Zurzeit herrscht eine starke Westströmung, es bleibt also auch in den nächsten Tagen unbeständig und mild.

In der Sprache der Meteorologen sind die Eisheiligen wie andere Wetterlagen, die oft fast um die gleiche Zeit wiederkehren, „Singularitäten“. Dazu gehören beispielsweise auch die „Schafskälte“ Mitte Juni oder der „Siebenschläfer“ am 27. Juni, der das Wetter der folgenden sieben Wochen prägen soll.

Die „Eisheiligen“ beginnen mit Mamertus (11. Mai), danach folgen Pankratius (12.), Servatius (13.), Bonifatius (14.) und zuletzt die „kalte Sophie“ (15.). In Norddeutschland gelten der 11. bis 13. Mai, im süddeutschen Raum der 12. bis 15. Mai als „Eisheilige“. Diese Unterschiede erklären sich durch die Zeit, die arktische Kaltluft benötigt, um südwärts vorzudringen.

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