Kalifornien
Todesstrafe für Brandstifter gefordert

Die Jury war sich am Mittwoch schnell einig: Sie forderte die Todesstrafe oder lebenslängliche Haft für einen Brandstifter, der mit seiner Tat den Tod von fünf Feuerwehrleuten verschuldete. Die Forderung fiel einstimmig, eine Verurteilung zum Tode gilt als wahrscheinlich.

HB LOS ANGELES. Acht Frauen und vier Männer einer kalifornischen Jury sind sich am Mittwoch schnell einig geworden. Nach nur eintägigen Beratungen votierten sie einstimmig für die härteste Strafe. Der zuständige Richter in Riverside nahe Los Angeles hat am 5. Juni das letzte Wort. Es gilt als wahrscheinlich, dass er den wegen Mordes an fünf Feuerwehrleuten sowie Brandstiftung in 20 Fällen schuldig befundenen Raymond Oyler zum Tode verurteilt. Der 38 Jahre alte Automechaniker nahm die Entscheidung der Geschworenen am Mittwoch regungslos zur Kenntnis.

Bei den schweren Bränden nahe Palm Springs im Oktober 2006 war ein Löschteam in einem Waldgebiet von einer Feuerwalze überrollt worden. Drei Feuerwehrleute kamen sofort ums Leben, zwei weitere erlagen später ihren schweren Verbrennungen. Der Tatverdächtige war einige Tage nach Ausbruch der Feuersbrunst festgenommen worden. Er war zuvor bereits unter Verdacht geraten, in derselben Region kleinere Feuer gelegt zu haben. Eine Freundin des Mannes sagte aus, er habe mit seinen Taten geprahlt und den Nervenkitzel genossen. Die Polizei stellte im Auto des Täters zahlreiche Hilfsmittel zum Zünden von Feuern sicher.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für die Hinrichtung des 38- Jährigen stark gemacht. "Er verbrachte einen großen Teil seines Lebens damit, Zerstörung, Chaos und Not über die Menschen zu bringen", sagte Staatsanwalt Michael Hestrin, bevor die Jury das Strafmaß festsetzte. "Dieser Mann ist ein gewissenloser, brutaler und unbarmherziger Mörder". Vor den Angehörigen der Brandopfer im Gerichtssaal beschrieb die Anklage den qualvollen Tod der 20 bis 44 Jahre alten Feuerwehrleute. "Mit seiner Tat bestimmte er, dass diesen Männer das Fleisch vom Körper brennen würde und sie aus dem Leben gerissen werden". Er tötete auf eine "unsäglich gewaltsame und brutale Weise", so Hestrin.

Oylers erwachsene Tochter ergriff für ihren Vater Partei. Er wollte niemanden umbringen, sagte die 21-jährige Heather Oyler. "Mein Vater ist nicht so ein Monster, wie es hier dargestellt wird". Sein Verteidiger Thomas Eckhardt bat die Geschworenen: "Bitte tötet ihn nicht. Es ist nicht nötig, und es nutzt niemandem etwas". Am Ende hätten sie nur Blut an den Händen. Doch er scheiterte bei den Geschworenen mit seinem Plädoyer für eine lebenslängliche Haftstrafe.

Angehörige der Brandopfer begrüßten das Votum der Jury für die Höchststrafe. Damit nehme nun das Leid aller Betroffenen ein Ende, sagte die Witwe einer der getöteten Feuerwehrleute. "Ich hoffe, dass er nun versteht, welch tiefen Schmerz er so vielen Familien und auch sich selbst zugefügt hat", erklärte eine Frau, deren 20 Jahre alter Sohn bei den Löscharbeiten umgekommen war.

Beim Löschen der schweren Brände im Oktober 2006 waren rund 3000 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Feuersbrunst wurde durch trockene, heftige Winde weiter angefacht. 34 Häuser und 16 000 Hektar Land fielen damals den Flammen zum Opfer. Der Tod der fünf Feuerwehrleute war der größte Verlust von Einsatzkräften der kalifornischen Feuerwehr seit 1933, als 25 Brandbekämpfer beim Löschen eines Feuers nahe Hollywood ums Leben gekommen waren.

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