Kampf gegen Drogenkartelle
Verbrecher schießen Hubschrauber in Mexiko ab

Die mexikanischen Drogenkartelle sind bis an die Zähne bewaffnet und kennen wenig Skrupel. Im Westen des Landes haben sie nun einen Helikopter der Polizei abgeschossen und mehrere Menschen getötet.

ApatzingánMutmaßliche Kartellmitglieder haben im Westen von Mexiko einen Polizeihubschrauber abgeschossen. Der Pilot und drei Beamte seien dabei ums Leben gekommen, teilte die Regierung des Bundesstaates Michoacán am Dienstag mit. Ein weiter Polizist wurde bei dem Angriff verletzt.

Die Sicherheitskräfte hatten versucht, in der Stadt Apatzingán Anführer eines Verbrechersyndikats festzunehmen, als die Täter das Feuer auf den Helikopter eröffneten. Laut der Zeitung „Milenio“ schossen die mutmaßlichen Bandenmitglieder den Helikopter mit einem schweren Scharfschützengewehr ab. Der Hubschrauber sei in Flammen aufgegangen und abgestürzt.

Die Ortschaft in der Region Tierra Caliente ist eine Hochburg der organisierten Kriminalität. Einst war es das Zentrum der Einflusssphäre des Drogenkartells Tempelritter. Heute ringen dort mehrere Verbrecherbanden und Bürgerwehren um die Vorherrschaft.

Vor dem Angriff auf den Helikopter hätten Verbrecher versucht, einen einflussreichen Landwirt zu entführen, berichtete „Milenio“. Bewohner der umliegenden Dörfer schlugen den Angriff demnach zurück. In der ganzen Region hätten sie sich daraufhin Schießereien geliefert.

Die mexikanischen Drogenkartelle sind schwer bewaffnet und liefern sich immer wieder Gefechte mit Polizei und Streitkräften. Im vergangenen Jahr hatte das Cartel Jalisco Nueva Generación in einer Offensive im Westen des Landes ebenfalls einen Helikopter abgeschossen und Dutzende Polizisten und Soldaten getötet.

Nachdem die Gewalt in Mexiko zu Beginn der Amtszeit von Präsident Enrique Peña Nieto etwas nachgelassen hatte, wird der Drogenkrieg nun wieder immer brutaler geführt. Im laufenden Jahr legte die Zahl der Morde gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent zu. Der Juli war der blutigste Monat seit Peña Nietos Amtsantritt Ende 2012.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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