Kanada
Tausende kehren nach Waldbränden nach Hause zurück

Während sich das gewaltige Feuer wochenlang durch die Wälder Kanadas fraß, mussten Bewohner fürchten, allen Besitz verloren zu haben. Nun kehren die ersten zurück - Normalität wird aber so schnell nicht einkehren.

Fort McMurrayFast einen Monat nach ihrer Vertreibung durch zerstörerische Waldbrände in Kanada haben Tausende Bewohner die Rückkehr in ihre Heimatstadt begonnen. Bis zu 15 000 Menschen sollten am Mittwoch in die Stadt Fort McMurray zurückkehren, sagten Vertreter der Provinz Alberta. Die Rückkehr sei dank der mutigen und engagierten Retter möglich, die große Teile der Stadt von einem der schwersten Brände ihrer Geschichte verschont haben, sagte Regierungschefin Rachel Notley. Fast 90 000 Menschen waren wegen des Feuers, das östlich der Stadt immer noch wütet, geflohen.

Die Brände hatten etwa ein Zehntel Fort McMurrays zerstört, Feuerwehrleute konnten aber den größten Teil der Innenstadt und die wichtigste Infrastruktur der Stadt retten. Notley warnte, dass noch „viele schwierige Tage“ vor den Bewohnern lägen. „Sie haben enormen Mut unter den schwierigsten Bedingungen bewiesen“, sagte Notley. „Und Sie werden in den kommenden Tagen jede Unze dieses Mutes brauchen.“ Der Wiederaufbau der Stadt werde Jahre dauern.

Supermärkte, Apotheken, Banken und Tankstellen hätten wieder geöffnet. Bewohnern riet Notley dennoch, einen zweiwöchigen Vorrat an Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten sowie genug Benzin für eine Hin- und Rückfahrt nach Fort McMurray mitzubringen. Die Lager der Geschäfte seien noch nicht komplett gefüllt und auch beim Trinkwasser gebe es noch Probleme. Zudem wurde geraten, Taschenlampen, Batterien, langärmlige T-Shirts sowie Hosen und Stiefel mitzubringen, um auf in den Häusern lauernde Probleme und Gefahren vorbereitet zu sein.

Helfer verteilten 30 000 Willkommenspakete, in denen Staubschutzmasken und Informationsbroschüren enthalten sind. 2000 Bewohner der am schwersten getroffenen Nachbarschaften müssen bis zur Rückkehr weiter ausharren, da in ihren Wohngegenden eine erhöhte Konzentration ätzender Stoffe wie Arsen sowie Dioxine und Furane gemessen wurden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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