Kanada
Whistler: Party im großen Schnee

Die Olympischen Winterspiele beginnen zwar erst 2010 - der Austragungsort Whistler feiert allerdings schon heute. In dem kanadischen Skigebiet überschlagen sich die Superlative geradezu. Mit atemberaubenden Panoramen und über 200 Pisten auf fast 33 Quadratkilometern ist Whistler das flächenmäßig größte Skigebiet Nordamerikas.

Die Antwort Jimbos auf meine Frage, warum ich meinen Skiurlaub ausgerechnet auf den Pisten Whistlers verbringen solle, lautet lakonisch: "It?s big, man!" Whistler, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010, ein Ort in den Bergen der kanadischen Westküste, zwei Stunden von Vancouver entfernt: Jimbo ist dort "Mountain Host", eine Art Verkehrspolizist, Skilehrer und Pisten-Guru in Personalunion und somit gleichzeitig voreingenommen und prädestiniert, die Größe von Pisten und Abfahrten zu beurteilen.

Groß ist alles hier, die Superlative überschlagen sich geradezu in für Kanadier eher untypischer Manier: Mit atemberaubenden Panoramen und über 200 Pisten auf fast 33 Quadratkilometern - verteilt auf zwei Berge, den Whistler Mountain und den Blackcomb - ist Whistler das flächenmäßig größte Skigebiet Nordamerikas. Es trumpft auf mit gewaltigen Höhenunterschieden, der längsten Skisaison, dem vielleicht besten High-Speed-Lift-System der Welt - und einer der haarsträubendsten Abfahrten, dem "Dave Murray Downhill", der selbst den Hermann Maiers und Bode Millers dieser Welt Höchstleistungen abverlangen wird.

Jimbo, der sich wie viele seiner kanadischen Kollegen mit keinem Nachnamen schmückt, würde mir diesen Downhill gerne mal zeigen. Ein kurzer Blick vom Start der olympischen Männer-Abfahrt genügt: dreieinhalb Kilometer Länge und fast ein Kilometer Höhenunterschied, so viel Todessehnsucht treibt mich nicht an. Man wolle den Touristen ja was bieten, zuckt Jimbo resigniert mit den Schultern, da hat er recht, denn die Konkurrenz ist groß.

Utah hat seinen "champagne powder", jenen unvergleichlichen Pulverschnee, Aspen die größte Prada-Shop-Dichte, Whistler tut sich schwer, da mitzuhalten. Vor knapp 50 Jahren bestand der Ort aus ein oder zwei äußerst rustikalen Hütten, die nur Maximaloptimisten als Resorts zu bezeichnen wagten. Die Hauptattraktion für das runde Dutzend Touristen, das damals die tagelange Anreise aus Vancouver wagte, bestand in lauschigen Kanufahrten auf den unglaublich klaren Seen, im Vermeiden von Bären-Kontakten und im Angeln.

Mit dem Seele-Baumeln-Lassen ist es im heutigen Whistler nicht mehr weit her, der Ort versprüht den Charme einer gigantischen Shopping-Mall, seit eine Gruppe geschäftstüchtiger Kanadier in den Sechzigern den Entschluss fasste, sich unter Aufwendung aller kommerziellen Fantasie um die Austragung der Olympischen Spiele zu bewerben. Heute beherbergt das Dorf rund 9 000 offizielle Einwohner, die sich allesamt - so scheint es jedenfalls - ums Wohlergehen der über zwei Millionen Touristen kümmern, die jährlich die Fußgängerzone, die Luxushotels und Loipen bevölkern.

Das wiederum macht den besonderen Reiz des kanadischen Nests aus. "Whistler ist eine Party-Town", strahlt Dylan, einer jener unzähligen Australier, die im Winter das Dorf überrennen und sich mit Aushilfsjobs die Lifttickets finanzieren. Whistler sei eben jung, fügt er hinzu. Das muss man auch sein, will man das allabendliche Nightlife einigermaßen unbeschadet überstehen. So viel übergangsloses Après-Ski hat selbst Kitz nicht zu bieten und auch nicht Zermatt. Über 35 Etablissements widmen sich der nokturnen Unterhaltung.

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