Kardinäle drückten aufs Tempo
Erster deutscher Papst seit 480 Jahren

Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger ist der neue Papst. Als Benedikt XVI. wird der 78-Jährige künftig die katholische Kirche mit ihren weltweit 1,1 Milliarden Mitgliedern führen.

HB ROM. Die 115 stimmberechtigten Kardinäle wählten Ratzinger am Dienstag schon am zweiten Tag ihres Konklaves zum Nachfolger des verstorbenen Johannes Paul II.

Die Kardinäle hatten es diesmal besonders eilig: Kaum 26 Stunden dauerte das größte Konklave der Geschichte, noch fixer ging es in den letzten 100 Jahren nur bei der Wahl von Pius XII. Ratzinger war als Favorit in die Papstwahl gegangen, und gegen alle historische Erfahrung tatsächlich als Papst wieder herausgekommen.

Von Anfang an drückten die katholischen Würdenträger aufs Tempo. Als am Montagabend und am Dienstagmittag noch schwarzer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufstieg, kletterten die Kardinäle schon wieder eilig in ihre kleinen weißen Busse und machten sich auf den Weg ins Gästehaus Santa Marta. Dort fiel, so vermuten Vatikankenner, in der Nacht die Vorentscheidung.

Denn das „Hotel Konklave“, das Johannes Paul II. eigens für die Wahl seines Nachfolgers errichten ließ, bietet ideale Möglichkeiten für vertrauliche Gespräche. In den Speisesälen, den Ruheräumen, selbst in den kleinen Zimmern wurde beraten, sondiert, verhandelt. Besonders umworben waren, so hieß es, die etwa 25 Kardinäle aus der Peripherie der Weltkirche, aus Asien, Ozeanien und Afrika, die bisher wenig Kontakt zur römischen Kurie hatten.

Von Anfang an war Ratzinger als Kandidat ins Rennen gegangen, der die meisten Wahlmänner hinter sich hatte. 50, vielleicht 60 sollen es schon im ersten Wahlgang gewesen sein. „Es läuft auf Ratzinger zu“, sagte schon am Morgen ein Vatikanexperte, und auch diejenigen, die vor Tagen noch die Möglichkeit eines deutschen Papstes für einigermaßen abwegig gehalten haben, wurden leiser.

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