Karfreitag
Tausende Pilger in Jerusalem

An Karfreitag, einem der höchsten Feiertage des Christentums, gedenken viele der Kreuzigung Christi vor rund 2000 Jahren. Gläubige zieht es dann vor allem an den Ort des Geschehens – nach Jerusalem. Tausende Pilger aus aller Welt haben dieses Jahr die Stadt besucht.

HB JERUSALEM/MANILA/HAMBURG. In der traditionellen Prozession schritten die Gläubigen in der Altstadt von Jerusalem den Leidensweg des Religionsstifters ab. Der Überlieferung nach ist Jesus vor rund 2000 Jahren mit der Last des Kreuzes die „Via Dolorosa“ entlanggegangen, bevor er gekreuzigt wurde und starb. Traditionell schulterten einige Pilger wieder Holzkreuze und trugen sie vom Löwentor im Osten der ummauerten Altstadt über die 14 Stationen des Kreuzweges bis zur Grabeskirche. Das ist der Ort, wo Jesus der Überlieferung nach von den Römern ans Kreuz geschlagen wurde.

Das christliche Osterfest fällt in diesem Jahr mit dem jüdischen Karnevalsfest Purim zusammen. Aus Furcht vor Anschlägen hat Israel landesweit die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und die Palästinensergebiete bis Montag abgeriegelt. Die Sorge vor Attentaten während des Purim-Festes ist in diesem Jahr besonders hoch, weil das Fest mit dem Ende der 40-tägigen Trauerzeit für Emad Mughnija, den ehemaligen Kommandeur der schiitischen Hisbollah-Milizen im Libanon zusammenfällt. Obwohl sich bislang niemand zu dem Anschlag bekannt hat, gab die Hisbollah Israel die Schuld am Tod und droht seitdem mit Rache.

Osterfeuer

In Deutschland laufen unterdessen die Vorbereitungen für die Osterfeuer. Sie werden seit Jahrhunderten weithin sichtbar auf Bergkuppen entzündet. Oftmals werden sie als germanisches Relikt angesehen, Volkskundler sehen aber auch viele christliche Bezüge. Das Feuer symbolisiert aus kirchlicher Sicht die Freude über die Auferstehung Jesu, das „Licht der Welt“. Häufig spielt auch der Gedanke an eine Judasverbrennung eine Rolle – Judas verriet Jesus nach biblischer Überlieferung an die Römer.

Dem Feuer wird von alters her aber auch aus vorchristlicher Sicht erneuernde Kraft zugeschrieben. Die brennenden Holzstapel sollten den Winter vertreiben, die Saat vor bösen Geistern schützen und so für eine gute Ernte sorgen. In einigen Orten wird auch heute noch mit dem Holz eine Hexenpuppe verbrannt. Besonders in ländlichen Gegenden konkurrieren die Dörfer um das größte Osterfeuer, das je nach Region an unterschiedlichen Tagen des verlängerten Wochenendes entzündet wird.

Vor katholischen Kirchen wird vor der Ostermesse ebenfalls ein Osterfeuer entzündet, das gesegnet wird. An ihm entzündet der Pfarrer die Osterkerze, die er – gefolgt von seiner Gemeinde – in die dunkle Kirche trägt. Die Kerze versinnbildlicht Christus als Licht der Welt.

"Kreuzigungen" auf den Philippinen

Skurrile, gar makabre Züge kann Volksfrömmigkeit hin und wieder annehmen. Auf den Philippinen haben sich am Karfreitag 29 Männer zu einer rituellen Kreuzigung angemeldet. Sie wollten sich vor tausenden Schaulustigen als Form der Buße wie Jesus mit Nägeln an Holzkreuze nageln lassen. „Ich tue es für meine Familie“, sagte Fernando Mamago (37), Vater von neun Kindern, der Nachrichtenagentur dpa. „Eines meiner Kinder ist krank, und meine Frau hatte gerade eine Brustoperation.“

Mamago nimmt zum 14. Mal an dem Ritual in einem Ort bei San Fernando in der Provinz Pampanga 75 Kilometer nordöstlich von Manila teil. Durch seine Hände und Füße werden 15 Zentimeter lange Nägel in das Holz geschlagen. Dann wird das Kreuz mindestens fünf Minuten lang aufgerichtet. Die katholische Kirche kritisiert das Ritual. Die Teilnahme von Ausländern wurde 1997 verboten, nachdem sich im Jahr davor ein japanischer Schauspieler an das Kreuz nageln ließ und die Sequenz später in einem Pornofilm zu sehen war.

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