Karl Dall wird 75: Freche Sprüche und Augenlid sind sein Markenzeichen

Karl Dall wird 75
Freche Sprüche und Augenlid sind sein Markenzeichen

Fast 50 Jahre steht Karl Dall als Sänger, Komiker und Moderator auf der Bühne. Auch mit 75 ist noch nicht Schluss: Der Entertainer tourt durch Deutschland – mit dem treffenden Programm-Titel „Der Alte will noch mehr“.

HamburgEigentlich habe er in seinem Leben alles gemacht, was er nicht konnte, sagte Karl Dall einmal rückblickend. Als Fernsehmoderator, Entertainer und Bühnen-Komödiant feierte der gebürtige Ostfriese dennoch über Jahrzehnte hinweg große Erfolge. Der Entertainer, zu dessen Markenzeichen neben seinen frechen und oftmals zynischen Sprüchen vor allem das hängende rechte Augenlid gehört, wird am kommenden Montag 75 Jahre alt.

Bereits in der Schule fällt der jüngste Sohn einer Lehrerfamilie aus dem beschaulichen Emden als Klassenclown auf, der gern Streiche ausheckt. Er habe einfach "schon früh Humor entwickeln" müssen, sagte er einmal in einem Interview: Die Mitschüler hätten ihn wegen seines Aussehens oft gehänselt, und die Lehrer hätten sich sein markantes Gesicht in der Klasse schlicht am besten merken können und ihn auf dem Kieker gehabt.

Als Jugendlicher verbringt Dall seine Zeit lieber im Fotoclub statt im Unterricht, will Fotograf werden. Auf das Verlassen der Mittelschule in der zehnten Klasse ohne Abschluss folgt stattdessen eine Lehre als Schriftsetzer bei einer Leeraner Druckerei. Immerhin kann er für die lokale "Ostfriesen-Zeitung" nebenbei fotografieren: "Keine Bullen- und Zuchtviehausstellung ohne mich", witzelte er rückblickend über diese Zeit.

1963 zieht es ihn aus der ostfriesischen Provinz nach Berlin. Dort jobbt er unter anderem als Komparse ("Winnetou 1"), Kleindarsteller und Kulissenschieber - und er lernt den Liedermacher Ingo Insterburg kennen. In Kellertheatern und Kneipen beginnt die Bühnenkarriere des Blödel-Quartetts Insterburg & Co ("Ich liebte ein Mädchen"), zunächst ein Geheimtipp in der Studentenszene, mit ihrem Repertoire aus Sketchen und komischen Liedern bald allerdings schon festes Inventar der TV-Sendung "Musikladen".

Als sich die bundesweit bekannte humoristisch-anarchistische Gruppe 1979 auflöst, startet Karl Dall seine erste Tournee als Solokünstler. Fernsehauftritte wie seine Telefonstreiche in der ARD-Samstagabendshow "Verstehen Sie Spaß?" machen ihn schnell in Westdeutschland bekannt, auch in einigen Kinofilmen ("Sunshine Reggae auf Ibiza") ist er zu sehen.

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