Karneval
Nä, wat is dat schön!

Der Rosenmontagszug ist in Köln der Höhepunkt des närrischen Treibens. Wo es noch gute Plätze für „d’r Zoch“ gibt und wo danach die Pappnas zittert.

Außerhalb Kölns gibt sich schon niemand mehr Mühe, die Jecken innerhalb der Stadtmauern verstehen zu wollen. Die fünfte Jahreszeit macht aus liebenswerten Zeitgenossen singende und tanzende Derwische, und am Aschermittwoch ist in der Tat „alles vorbei“. Der Höhepunkt ist der Rosenmontagszug. Ab 11 Uhr 11 schreit alles „D’r Zoch kütt“. Sieben Kilometer misst der Tross, zählt 99 Wagen, 124 Musikkapellen, 440 Pferde und 10 200 Teilnehmer. Die ersten Gruppen treffen offiziell nach vier Stunden, aber erfahrungsgemäß erst erheblich später am Ziel in der Mohrenstraße ein. Start ist am Severinstor in der Südstadt.

Über eine Million Menschen werden sich an der Strecke drängen, um Kamelle (Bonbons), Strüßjer (Sträußchen) sowie Bützje (Küsschen) einzusammeln und sich bei Kölsch, Schnaps, Wein und Schampus zu amüsieren wie jeck – über die Gags der Mottowagen und die Korps mit ihren ansehnlichen Funkemariechen. Ebenso urkölsch ist die „Ordentliche Gesellschaft“ der „Löstige Paulaner“ – zig Hänneschen mit rotem Wams, schwarzer Kniehose und weiß-roter Zipfelmütze nebst zig Bärbelchen mit schwarzem Wams, rotem Röckchen und blonden Zöpfen.

Nur wer „d’r Zoch“ einmal erlebt hat, weiß, warum plötzlich alle durchdrehen. Der Zug ist eine einzige Party. Bloß wie und wohin? Selbst der einheimische „Jeck“ tut sich bei der Suche nach einem guten Platz nicht leicht. Die gute Nachricht: Es gibt noch Restkarten für viele Tribünen am Zug. Auf diesen Tribünen sitzen, stehen, singen und schunkeln alle sozusagen auf den besten Plätzen. 28 öffentliche Großtribünen sind entlang der Strecke aufgebaut. Wer dort eine erste Reihe bucht, hat den engsten Kontakt zu den Akteuren und ihren Wurfgeschossen.

Wer in Reihe sieben und damit ganz oben steht, genießt die beste Aussicht. Vor allem herrscht hier aber auch nicht ein derart dichtes Gedränge wie unten. Die Tribünen finden sich etwa am Waidmarkt oder Am Hof, am Heumarkt oder in Kattenbug und Zeughausstraße.

Es gibt sie in diversen Kategorien: ohne und mit Überdachung, ohne und mit Gastronomie, sprich vor allem Kölsch, Wein, warmes und kaltes Buffet. Die Preise reichen pro Person von 36,30 Euro (offen, ohne alles) bis 128 Euro (überdacht und alles inklusive). Ab 10 Uhr sind die Tribünen geöffnet und schließen wenn der Zug vorbei ist, also gegen 18 Uhr.

Allerdings kommt man auch als Zuschauer auf ebener Erde nicht zu kurz – trotz mäßiger Sicht und oftmals erfolgloser Rufe nach „Kamelle, Strüßjer, Bützje“. Viele ziehen sogar diese „billigen Plätze“ vor, weil parterre einfach mehr los ist.

Die Profis unter den närrischen Zuschauern führen im eigenen Bollerwagen Kölschfass, Wein und Hochprozentiges mit sich, nebst Chips, Frikadellen und Käsewürfel. Keine Angst, wer all das nicht dabei hat, kommt nicht zu kurz. Überall stehen Bier- und Fressbuden.

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