Karnevalsendspurt: Der letzte Samba in Rio

Karnevalsendspurt
Der letzte Samba in Rio

Endspurt an der Copa Cabana: beim Karneval in Rio ließen es die Samba-Schulen noch einmal richtig krachen. Bunt, schrill und immer im Wettbewerb - Brasilien setzt wieder einmal ganz eigene Maßstäbe.
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Rio de JaneiroNoch einmal Samba und Tanz die ganze Nacht: Brasiliens Narrenhochburg Rio de Janeiro hat mit einem rauschenden Fest auf Straßen, Plätzen und im legendären Sambódromo die Endphase vom „Carnaval 2011“ eingeläutet. Millionen Menschen feierten ausgelassen bis zum Sonnenaufgang und darüber hinaus den Höhepunkt des Party-Jahres in der Stadt am Zuckerhut. Im Sambódromo boten alle Samba-Schulen trotz eines Großbrandes vor vier Wochen in den Karnevalswerkstätten ein hollywoodreifes Spektakel mit zehntausenden Tänzern, Trommlern und Motivwagen. Ein Feuerwerk aus Farben unter dem Motto: „Lebensfreude pur“.

„Das Geheimnis des Lebens“ lautete dann auch der Samba-Hit und das Thema des Vereins „União da Ilha“, der den Auftakt bildete für das zweite Defilee der Samba-Schulen in der Nacht zum Dienstag. Angeführt von leicht bekleideten Samba-Queens in knappen Glitzer-Kostümen zogen die närrischen Truppen im Tribünenstadion an der Avenida Marquês de Sapucaí an etwa 60.000 Zuschauern vorbei. Auf einem der Wagen hatten die Karnevalisten einen riesigen Springbrunnen installiert, in dem sich tanzende Badenixen von den heißen Temperaturen abkühlten.

Die letzte Sambaschule „Beija-Flor“ widmete ihren Auftritt dem „Rei“, dem „König“ der brasilianischen Musik, Roberto Carlos (70). Der Musiker und Songschreiber fuhr selbst mit auf einem Wagen. „Das ist ein unendliches Gefühl“, schwärmte Carlos, der als einer der erfolgreichsten Musiker Brasiliens gilt. Es gab aber auch bittere Tränen. Der Auftritt der Samba-Schule „Salgueiro“ wurde wegen technischer Probleme erheblich verzögert und der Titel der Karnevalskrone 2011 rückte damit in unerreichbare Ferne. „Das tut weh. Ein Jahr Arbeit und Training. Alles verloren. Ein schlechtes Gefühl“, sagte der 16-jährige Marco Antonio da Silva Júnior enttäuscht.

Das Reglement im Sambódromo ist streng und die Zeitvorgaben exakt. Zwischen 65 und 82 Minuten hat jede Schule Zeit für ihr Defilee. Abweichungen werden von der Jury mit Strafpunkten geahndet. Bewertet werden auch Choreografie, Musik und Umsetzung des Themas. Am Aschermittwoch fällt die live im Fernsehen übertragene Entscheidung der Jury. Dann steht der Sieger fest. Am kommenden Samstag heißt es dann noch einmal „Samba, die ganze Nacht“, wenn die sechs bestplatzierten Schulen das letzte Mal in diesem Jahr durchs Sambódromo ziehen. Und dann beginnt die Arbeit für die Karnevalssaison 2012.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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