Karriere im Internet Wie ein Ostfriese das Netz erobert

Er liebt Landmaschinen, das „A-Team“ und die plattdeutsche Sprache. Das machte Keno Veith aus Friesland über Nacht zum einem Star. Seit fast 20 Jahren arbeitet er bereits in der Landwirtschaft und hat Spaß an seinem Job.
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Keno Veith fährt hauptberuflich Trecker und spricht platt. Da er große Ähnlichkeit mit Mr. T aus der Fernsehserie „A-Team“ hat, ist er binnen kürzester Zeit über Youtube und Facebook zum Internetphänomen geworden. Quelle: dpa
De Schwatten Ostfrees Jung

Keno Veith fährt hauptberuflich Trecker und spricht platt. Da er große Ähnlichkeit mit Mr. T aus der Fernsehserie „A-Team“ hat, ist er binnen kürzester Zeit über Youtube und Facebook zum Internetphänomen geworden.

(Foto: dpa)

ZetelEigentlich war es ein ganz normaler Ernteeinsatz. Bis Keno Veith auf dem Maisfeld feststeckte, zur Handykamera griff und die Misere auf Plattdeutsch kommentierte. Kaum ins Netz gestellt, löste das Video des „Schwatten Ostfrees Jung“ („Schwarzer Ostfriesen-Junge“) Begeisterung aus.

Im Nu hatte der 36-Jährige Zehntausende Anhänger im Netz. Seine plötzliche Popularität nutzt der Sohn einer Kamerunerin und eines Ostfriesen auch, um für seine Zunft und die niederdeutsche Sprache zu werben.

Seit fast 20 Jahren arbeitet Keno Veith in der Landwirtschaft, als „Lohner“. Als Mitarbeiter eines Lohnunternehmens holt er die Ernte ein oder fährt Gülle aus. „Ich hab Spaß an meinem Job. Ich bin ja in der Landwirtschaft groß geworden.“ Veiths Großeltern hatten einen kleinen Bauernhof bei Wittmund, sein Vater ist Agraringenieur.

Schon als Kind hätten ihn Landmaschinen fasziniert, gesteht er lachend. „Und ich bin bei den Nachbarn gewesen, weil die größere Trecker hatten als wir. Ich bin durch und durch Maschinist.“ Veith wuchs mit Hochdeutsch auf und lernte das Plattdeutsche in Eigenregie.

„Weil ich die Sprache einfach so schön finde. Die gehört in die Region, zur Landwirtschaft.“ Der Ostfriese schaute den Bauern während seiner Lohnereinsätze in diversen Ortschaften einfach aufs Maul. „Ich spreche gemischtes Platt. Mein Platt besteht ja aus mehreren Platts.“

Ausgelernt hat Veith noch lange nicht, dabei helfen ihm auch seine Fans. „Ich werde auf Platt angesprochen und angeschrieben“, sagt Veith. „Ich lerne noch besser Platt dadurch.“ Der „Plattproter“ aus Zetel kommt bei Experten wie dem Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft gut an. „Klar finden wir die Videos unterhaltsam“, sagt der Sprecher Rainer Former.

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