Katastrophe bleibt ungsühnt
Alle Freisprüche im Kaprun-Prozess bestätigt

Die Gletscherbahnkatastrophe von Kaprun, bei der vor knapp 5 Jahren 155 Menschen starben, bleibt strafrechtlich ungesühnt. Das Oberlandesgericht in Linz in Oberösterreich bestätigte am Dienstag in zweiter Instanz die Freisprüche für 16 Angeklagte vom Februar 2004.

HB LINZ. Die von der Staatsanwaltschaft in acht Fällen eingelegte Berufung wurde abgewiesen. Damit sind die Urteile des Salzburger Landesgerichts rechtskräftig. Den Angehörigen der Opfer bleiben Schadenersatzforderungen über Zivilklagen. Unter den Opfern waren 37 Deutsche.

Bei der Brandkatastrophe am 11. November 2000 waren im Stollen der Standseilbahn zum Kitzsteinhorn bei Kaprun 155 Menschen verbrannt oder erstickt. Ursache des Feuers war ein nachträglich eingebauter, defekter Heizstrahler. In dem im Juni 2002 begonnenen Prozess wurde den 16 Angeklagte fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst und fahrlässige Gemeingefährdung vorgeworfen.

Das Oberlandesgericht hatte am Montag Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und die Verteidiger der zuletzt acht Beschuldigten angehört. Statt der Ablehnung der Berufung wäre auch in Frage gekommen, das Verfahren ans Salzburger Gericht zurückzuverweisen. Der Prozess um die Schuldfrage bei der Katastrophe hätte dann völlig neu beginnen müssen. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die Beweisaufnahme in Linz als nächsthöhere Instanz fortzusetzen.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor einem Jahr Revision gegen 8 der 16 Freisprüche eingelegt. Sie warf den Beschuldigten Fahrlässigkeit vor und wollte ein neues Gutachten als Beweismittel. Dies lehnten die Verteidiger jedoch ab.

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