Katastrophengebiet
Tornado verwüstet Kleinstadt in Kansas

Mit verheerender Wucht hat ein Tornado die Kleinstadt Greensburg im US-Staat Kansas praktisch dem Erdboden gleich gemacht. Mindestens neun Menschen kamen bei dem Wirbelsturm ums Leben, Dutzende weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Eine Serie weiterer Tornados in Kansas behinderte am Wochenende die Suche nach möglichen Vermissten.

HB GREENSBURG. Rund 95 Prozent des 1.500-Einwohner-Städtchens Greensburg wurde nach Behördenangaben bei dem Sturm am Freitagabend zerstört. Als eines von wenigen Häusern stand noch der Pub des Ortes - er wurde am Wochenende zur Leichenhalle. Die Zahl der Toten könne angesichts möglicher Verschütteter noch steigen, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Die Rettungsbemühungen könnten noch Tage dauern: „Der Schutt ist einfach unglaublich“, sagte Sprecher Steve Hewitt. Polizisten mit Spürhunden durchsuchten jedes Haus einzeln. „Wir brauchen Hilfe“, betonte Hewitt. 30 Menschen wurden nach dem Sturm aus den Trümmern einer teilweise eingestürzten Klinik geborgen, sie erlitten überwiegend leichte Verletzungen.

US-Präsident George W. Bush erklärte Teile von Kansas zum Katastrophengebiet und setzte Geld zur Wiederaufbauhilfe frei. Der Abgeordnete Jerry Moran sprach von einem „der verheerendsten Tornados, die wir je in Kansas hatten“.

Der Tornado zog eine Spur der Verwüstung. Im Bezirk Kiowa, wo Greensburg liegt, starben Behörden zufolge acht Menschen, ein weiteres Todesopfer gab es im benachbarten Bezirk Stafford. In Greensburg wurden weder die Kirchen und das Rathaus noch die beiden weiterführenden Schulen, der Wasserturm oder weite Teile des Gewerbegebiets verschont. Die Windhose stürzte in dem Bezirk Eisenbahnwaggons um, die Feuerwehr entsandte deswegen Experten für Gefahrgüter.

Auch in den Stunden danach kam Kansas nicht zur Ruhe. Der Wetterdienst berichtete, es sei eine zweistellige Zahl von Tornados gemeldet worden. Einige von ihnen waren - ähnlich wie der Tornado von Greensburg - mit rund einem Kilometer Durchmesser besonders breit. Auch für South Dakota und Oklahoma wurden Warnungen ausgegeben.

In der Stadt Osborne in Kansas riss ein Sturm das Dach von einem Restaurant und beschädigte weitere Gebäude. Mindestens elf Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Der Wirbelsturm habe zugeschlagen, sei wieder abgehoben und wieder auf den Boden zurückgekommen, berichtete eine Anwohnerin. In Sweetwater in Oklahoma geriet eine Schule in die Bahn eines Tornados - am späten Samstagabend hielten sich aber keine Schüler in dem Gebäude auf.

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