Katholische Kirche
Kardinal Lehmann tritt zurück

Kardinal Karl Lehmann (71) tritt als Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit zurück. Dies teilte die Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mit.

HB MAINZ. In einem » Brief an die Mitglieder der Bischofskonferenz habe Lehmann seinen Rücktritt zum 18. Februar 2008 erklärt. Lehmann stand rund 20 Jahre an der Spitze der katholischen Oberhirten in Deutschland und hatte zuletzt gesundheitliche Probleme. Er war vor Weihnachten wegen Herzbeschwerden in einer Klinik behandelt worden. Nach seiner Entlassung hatte er eine Kur angetreten und daher an den festlichen Gottesdiensten an Weihnachten und Silvester im Mainzer Dom nicht teilnehmen können.

Lehmann, Bischof von Mainz, wird nach seiner Erklärung noch die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 11. bis 14. Februar in Würzburg leiten.

Mit den im Dezember erlittenen Herz-Rhythmus-Störungen sei eine eindeutige Zäsur erreicht, die ihm „in Zukunft eine Ausschöpfung seiner Kräfte im bisherigen Maß nicht mehr erlaube“, erklärte Lehmann. Deshalb mache er nun von der bereits im September 2005 bei seiner Wiederwahl angekündigten Möglichkeit Gebrauch, die vierte Sechs-Jahres-Amtszeit nicht voll auszuschöpfen.

Ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt mache auch einen guten Sinn, weil die jüngsten Bischofsernennungen einen notwendigen Generationswechsel und Zeit für eine Wachablösung anzeigten, schrieb Lehmann. Er sei dankbar, wenn er noch einige Jahre dem Bistum Mainz dienen könne. Auch werde er gerne seine Kenntnisse, Informationen und Erfahrungen weiter in die Bischofskonferenz einbringen und sich noch stärker Grundsatzfragen widmen. Dabei liege ihm auch die schwierige Situation der Ökumene am Herzen.

Im Namen der katholischen Bischöfe dankte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heinrich Mussinghoff (Aachen), in einer » Stellungnahme Kardinal Lehmann für seinen „unermüdlichen Einsatz“ für die Bischofskonferenz während der vergangenen mehr als 20 Jahre. Mussinghoff würdigte Lehmann am Dienstag als „herausragenden und zuverlässigen Repräsentanten der Kirche und ihrer Sendung“.

Kardinal Karl Lehmann sei durch „sein profundes theologisches Wissen, seine geistige Aufgeschlossenheit, seine Umsicht und die große Fähigkeit zu integrieren“ eine unschätzbare Hilfe für die deutschen Bischöfe und ihr Zusammenwirken. Seine Entscheidung, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung zu stellen, verdiene „Verständnis und uneingeschränkten Respekt“.

Am vergangenen Donnerstag hatte Lehmann das Pontifikalrequiem für den früheren Freiburger Erzbischof Oskar Saier im Freiburger Münster gehalten. Am 16. Mai wird Lehmann 72 Jahre alt (» Lebenslauf). Seit 1983 ist er Mainzer Erzbischof, seit September 1987 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Die deutschen katholischen Bischöfe treffen sich vom 11. bis 15. Februar zu ihrer Frühjahrskonferenz in Würzburg.

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