Katholische Kirche
Kardinal Meisner geht – auch mit Wehmut

Er geht nach 25 Jahren als Vorsteher des größten deutschen Bistums: Joachim Meisner hat die katholische Kirche geprägt, 2014 nimmt er seine Kardinalsmütze. Die Affäre um Tebartz-van Elst bezeichnet er als „Dummheit“
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KölnKardinal Joachim Meisner rechnet damit, spätestens im kommenden Februar sein Amt als Kölner Erzbischof abgeben zu können. Meisner hatte Papst Franziskus um seine Entlassung gebeten, wenn er am 25. Dezember dieses Jahres 80 Jahre alt wird. Mittlerweile habe er gehört, dass der Papst seiner Bitte entsprechen wolle. Allerdings kenne er noch kein genaues Datum.

Meisner ist Anfang Februar seit 25 Jahren Erzbischof von Köln, des größten deutschen Bistums. Am 9. März wird dieses Jubiläum gefeiert. Zu seiner Nachfolge wollte sich Meisner am Dienstag nicht äußern. „Ich nehme keinerlei Stellung zu dem, was nach mir kommt“, sagte er. „Da würde zu viel hineingeheimnist, das geht mich auch nichts mehr an.“

Ausführlich äußerte sich Meisner zu dem umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Er stehe positiv zu ihm, wolle jetzt aber die laufende Untersuchung zu den hohen Kosten des Limburger Bischofssitzes abwarten, sagte Meisner. Sein von allen Seiten heftig attackierter Mitbruder tue ihm leid.

Kritisch bewertet Meisner den Umgang Tebartz-van Elsts mit dem Vorwurf, er sei erster Klasse nach Indien geflogen und habe darüber später nicht die Wahrheit gesagt. Hier habe der Bischof unglücklich agiert. „Das ist - ich will mal sagen - eine Dummheit“, sagte Meisner. „Das hätte er nicht machen sollen.“ Er habe Tebartz-van Elst darum auch darin bestärkt, die verlangten 20.000 Euro Geldauflage zu zahlen, um eine Einstellung des gegen ihn laufenden Strafverfahrens wegen falscher eidesstattlicher Versicherungen zu erwirken. Er habe zu ihm gesagt: „Bezahl das, und dann ist das weg!“

Der als konservativ bekannte Kardinal glaubt nicht, dass die katholische Kirche wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen wird. „Ich halte das für ein Wunschdenken. Ich denke, das ist Lehre der Kirche. Daran wird der Papst nichts ändern können. Das ist meine Überzeugung.“

Das Erzbistum Freiburg hatte kürzlich einen Vorstoß unternommen, Wiederverheiratete wieder zu Beichte und Kommunion zuzulassen. Auch das Auftreten von Papst Franziskus hatte in letzter Zeit vielen Betroffenen Mut gemacht, wobei sich der Papst bisher nie konkret dazu geäußert hat.

Meisner sagte, er wolle nach seiner Emeritierung noch als Seelsorger tätig sein. Zum Beispiel könne er in der Urlaubszeit mal für einen Pfarrer einspringen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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