Katholische Kirche und Medienanstalten sind beunruhigt: Quotenbringer "Ich bin ein Star" erntet Kritik

Katholische Kirche und Medienanstalten sind beunruhigt
Quotenbringer "Ich bin ein Star" erntet Kritik

Die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ hat wegen schockierender Szenen heftige Kritik ausgelöst. Gleichzeitig beschert sie dem Fernsehsender Spitzenwerte bei den Einschaltquoten.

HB HAMBURG. Die Dschungelshow „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ versetzt den Privatsender RTL in einen Quotenrausch. Am Montagabend verfolgten ab 23 Uhr 5,48 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 37,7 Prozent) die vierte Folge mit den inszenierten Abenteuern von neun deutschen Prominenten im australischen Urwald. Mittlerweile erwächst erste öffentliche Kritik: Die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) forderte eine Absetzung der Sendung, sollte eine Änderung nicht möglich sein. Auch die Medienanstalten wollen sich mit dem Programm beschäftigen.

„Gewalt gegenüber Menschen, denen Liebe und Sympathie entgegengebracht wird, ist ein besonders schlimmer Tabubruch“, sagte der KED-Bundesvorsitzende Walter Eykmann am Dienstag in Bonn. „Dies gilt vor allem für Daniel Küblböck, für den viele Menschen als Schlagerstar schwärmerische Gefühle haben.“ Der 18-jährige Bayer hatte sich am Sonntag bei der Show mit 30 000 Kakerlaken überschütten lassen und dabei vor und nach der Mutprobe hemmungslos geweint.

Deutschlands Medienwächter beabsichtigen, sich in ihrer nächsten Programmsitzung im Februar mit dem neuen RTL-Format zu befassen. Der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag-Ausgabe) sagte Peter Widlok, Sprecher der Gemeinsamen Stelle für Programm, Werbung und Medienkompetenz, dass die Hürden für ein Eingreifen allerdings sehr hoch seien. Dies könne die Aufsicht nur, wenn die Menschenwürde verletzt werde.

Am Montagabend bestand Küblböck seine dritte „Dschungelprüfung“ in Folge nach zwei erfolgreichen Mutproben nicht. Der „Superstar“ musste seinen Kopf in ein „Terror-Aquarium“ halten, in dem Fische und Wasserspinnen an ihm vorbeischwammen. Küblböck zog sich angewidert zurück. Für die Rest-Mannschaft gibt es daher vorerst keine Extra- Rationen Nahrung. Die nächste Kandidatin für das Urwaldspiel ist auf Wunsch der Zuschauer TV-Moderatorin Caroline Beil - sie trägt wegen ihrer Lästereien gegen die anderen inzwischen den Spitznamen „Hacke- Beil“.

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