Kaufhauskette betroffen
Gasanschlag in St. Petersburg

Bei einem Gasanschlag auf eine Kaufhauskette in St. Petersburg haben am Montag fast 80 Menschen Vergiftungen erlitten.

HB SANKT PETERSBURG. Die Menschen hielten sich in einem Supermarkt auf, als sie plötzlich über Atembeschwerden klagten. Dem Katastrophenschutzministerium zufolge wurden 78 Menschen verletzt. 66 davon seien in Krankenhäuser eingewiesen worden. Welche Substanz ausgeströmt war, blieb zunächst unklar. Der Polizei zufolge könnte es sich um einen Streit zwischen Konkurrenten im regen russischen Einzelhandelsgeschäft vor Neujahr gehandelt haben. Ein Anschlag durch Extremisten wurde ausgeschlossen.

Zwei weitere Filialen des Marktes wurden geräumt, nachdem verdächtige Behälter mit Rohren gefunden wurden. Zunächst hieß es in Medienberichten, die Behälter seien als Bomben konstruiert worden, da sie mit einer Zeitschaltung verbunden gewesen seien. Die bislang unbekannte Substanz habe stark nach Knoblauch gerochen, sagte eine Sprecherin des Geheimdienstes. Lokale Medien zitierten Staatsanwälte, nach denen es sich um Methylmercaptan handelte. Das Gas wirkt beim Einatmen giftig und reizt Haut, Augen und Atemwege.

„Wahrscheinlich war das böswilliges Wettbewerbsdenken“, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur Interfax. „Kurz vor dem Vorfall haben die Manager des Unternehmens die Polizei verständigt, weil sie Drohbriefe erhalten hatten.“ Es sei auszuschließen, dass es sich um einen Anschlag etwa tschetschenischer Rebellen handele.

Drohungen und Diebstahl sind gewöhnliche Praktiken in Auseinandersetzungen zwischen russischen Geschäftsleuten. Normalerweise werden jedoch Einkaufende nicht in die Konflikte mit hineingezogen.

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