Kein Anhaltspunkt für Verhandlungen
Algerien-Geiseln vermutlich in Mali

Die 15 in Algerien vermissten Touristen sind nach Informationen deutscher Sicherheitskreise von ihren Entführern nach Mali gebracht worden.

Reuters BERLIN. Die Geiselnehmer, die einer radikal-islamischen Gruppe angehören sollen, hielten sich mit den zehn Deutschen, vier Schweizern und einem Niederländer im Norden Malis versteckt, erfuhr Reuters aus den Kreisen am Freitag. Die Regierung von Mali stehe in Kontakt mit den deutschen Behörden. Eine Vereinbarung zur Freilassung der seit Monaten gefangen gehaltenen Urlauber gebe es aber weiter nicht. Eine algerische Zeitung hatte am Donnerstag berichtet, die Geiseln stünden kurz davor, frei gelassen zu werden, nachdem den Entführern freier Abzug zugesichert worden sei. In den Kreisen hieß es dagegen, für solche Verhandlungen gebe es bislang keine Anhaltspunkte.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, sie könne sich im Interesse der Sicherheit der Geiseln nicht zu den genannten Einzelheiten äußern. „Die Bemühungen der Bundesregierung werden unverändert fortgesetzt, die Betroffenen gesund und sicher nach Hause zu bringen“, fügte sie hinzu.

Vor gut vier Monaten waren 32 europäische Sahara-Touristen im südlichen Algerien verschleppt worden. Mitte Mai hatte das algerische Militär 17 der Urlauber, darunter sechs Deutsche und zehn Österreicher, gewaltsam aus der Hand einer militanten Islamisten-Organisation befreit. Bei der Organisation handelt es sich nach algerischen Angaben um die radikale Salafisten- Organisation für Gebet und Kampf (GSPC). Sie wird verdächtigt, Beziehungen zur El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden zu haben.

Die Touristen waren in einer abgelegenen Wüstenregion im Süden Algeriens unterwegs, die für ihre alten Grabstätten berühmt ist. Die Gegend ist jedoch auch berüchtigt für Waffen- und Drogenschmuggel über die Grenzen zu Mali, Niger und Libyen.

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