Kein Anschlagsversuch
Verwirrung um Alarm in schwedischem AKW

Im Atomkraftwerk Oskarshamn in Schweden ist am Mittwoch ein Alarm ausgelöst worden. Der deutsche Stromkonzern Eon, dem die Anlage mehrheitlich gehört, wies allerdings erste Reuters-Meldungen zurück, wonach ein Anschlag auf das Kraftwerk vereitelt worden sei. Es habe weder einen Anschlagsversuch gegeben, noch sei eine Bombe im Spiel gewesen, stellte ein Sprecher fest. Der Grund für den Alarm war vielmehr ein anderer.

HB STOCKHOLM/BERLIN. Ein Polizeisprecher sagte, kaum wahrnehmbare Spuren Sprengstoff an der Tasche eines Schweißers hätten den Alarm ausgelöst. Der Mann sei am Mittwoch morgens am Eingang des Atomkraftwerks gestoppt worden, nachdem ein Scanner Sprengstoffspuren entdeckt habe. Es habe sich um TATP gehandelt, das eine größere Sprengwirkung habe als Dynamit, in Schweden aber nicht verboten sei.

Ein Eon-Konzern-Sprecher sagte in Düsseldorf, der Vorfall sei wahrscheinlich harmlos: „Das ist meilenweit entfernt von einer Bombendrohung oder einem Attentat.“ Die Situation sei nicht bedrohlich gewesen. Die Polizei untersuche jetzt, woher die Sprengstoffspuren stammten. Eon ist mit 54,5 Prozent an dem südschwedischen Atomkraftwerk beteiligt. 45,5 Prozent hält der finnische Versorger Fortum.

In ersten Meldungen war zuvor von einem vereitelten Anschlag die Rede gewesen. Reuters hatte einen Polizeisprecher damit zitiert, dass am Mittwochmorgen ein Mann festgenommen worden sei, der versucht habe, in das AKW Oskarshamn einzudringen. Bei dem hochexplosiven Sprengstoff, den er bei sich gehabt habe, habe es sich wahrscheinlich um TATP handelte. Triaceton-Triperoxid (TATP) war auch bei den Anschlägen von London 2005 verwendet worden. Auch der Energiekonzern Vattenfall, der die beiden anderen AKWs in Schweden betreibt, hatte laut Reuters zunächst erklärt, er habe Informationen über eine Bombendrohung in Okershamn.

Die Polizei verhörte den Schweißer und beorderte Sprengstoffexperten nach Okarshamn, um die Substanz weiter zu untersuchen. Ein Gebäude wurde im Umkreis von 300 Metern abgeriegelt, sagte der Sprecher. Es handele sich um einen Einzelfall, andere AKW in Schweden seien nicht betroffen. Der deutsche Eon-Sprecher sagte, in der Tasche sei nichts Gefährliches gefunden worden. Der Vorfall zeige jedoch, dass die Sicherheitsscanner am Eingang zuverlässig reagierten.

Das Kraftwerk Oskarshamn befindet sich in Südschweden an der Ostseeküste. Schweden deckt die Hälfte seines Strombedarfs aus den drei Atomkraftwerken.

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