„Kein dringender Tatverdacht“
Weitere Festnahmen nach Kölner Nagelbombenattentat

Im Fall des Bombenanschlags von Köln-Mülheim mit 22 Verletzten haben die Ermittler am Montag zwei weitere Verdächtige festgenommen.

HB KÖLN. Die beiden 28-jährigen Deutschen türkischer Abstammung könnten in Verbindung mit dem 23-jährigen Deutschen gestanden haben, der vorübergehend festgenommen und dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Gegen die beiden Männer bestehe jedoch gegenwärtig „kein dringender Tatverdacht“, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend. Nähere Angaben machten die Ermittler nicht. Die beiden Männer sollten noch am Abend vernommen werden.

Bei dem Anschlag in einem überwiegend von Türken bewohnten Stadtteil war vor vier Wochen eine mit fingerlangen Nägeln gefüllte Bombe explodiert, die der oder die Attentäter auf einem Fahrrad deponiert hatten. Die umherfliegenden Eisenstücke und Glassplitter hatten insgesamt 22 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Durch die Detonation waren auch zahlreiche Wohnungen und Geschäfte in dem Viertel verwüstet worden. Seither sucht die Sonderkommission „MK Sprengstoff“ vor allem nach einem Mann, der das Fahrrad mit der selbst gebastelten Bombe am Tatort abgestellt hatte. Insgesamt verfolgt die Sonderkommission nach eigenen Angaben derzeit 170 Spuren.

Der 23-Jährige wurde nach zweitägigen Verhören am Samstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein dringender Tatverdacht gegen ihn hatte nicht erhärtet werden können. Er hatte jede Beteiligung an dem Anschlag bestritten. Bei den umfangreichen Überprüfungen seiner Angaben konnte laut Polizei nicht nachgewiesen werden, dass er sich zur Tatzeit am Tatort aufgehalten hatte. Dennoch habe der 23-Jährige „widersprüchliche Angaben bezüglich seines Alibis“ gemacht. Der Verdächtige war der Polizei zuvor durch Kleinkriminalität aufgefallen. Ob er nochmals vorgeladen werde, sei offen, hatte es geheißen.

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