Keine Anklage
Kate Moss könnte ja Mehl geschnupft haben

Als britische Zeitungen im September 2005 Fotos des Kokain-schnupfenden Models Kate Moss veröffentlichten, erlitt die Schöne einen kurzfristigen Karriereknick. Das war aber auch alles: Die britische Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Anklage, weil ihr die eindeutigen Fotos nicht reichen.

HB LONDON. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte am Donnerstag in Londin, dass die 32-Jährige vor einigen Monaten beim Schnupfen eines weißen Pulvers fotografiert wurde, sei „kein hinreichender Beweis“. Die Anklagebehörde widerspricht damit dem Chef von Scotland Yard, der Polizeibehörde von Groß-London.

„Nach einer sehr tiefgehenden und detaillierten Prüfung des vorhandenen Beweismaterials hat die Anklagebehörde entschieden, dass es keine realistische Chance auf eine Verurteilung des Models Kate Moss wegen der Anschuldigungen im Zusammenhang mit Drogen hergibt“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Moss hatte bei ihren Verhören durch die Polizei stets bestritten, dass es sich bei dem weißen Pulver auf den Pressebildern und einem Video um Kokain handelt. Die Aufnahmen waren am 5. September von einem Paparazzo bei einer Party in einem Londoner Musikstudio gemacht worden, in dem sich auch Moss damaliger Freund Pete Doherty aufgehalten haben soll.

Scotland-Yard-Chef Ian Blair hatte an die Staatsanwaltschaft appelliert, Moss unbedingt vor Gericht zu bringen. Ihr einen Prozess zu ersparen, erklärte Blair, wäre das falsche Signal an junge Leute, auf die Moss einen großen Einfluss ausübe.

Der Direktor der Anklagebehörde, Rene Barclay, räumte ein, dass es „eine absolut klare Indikation“ für eine Drogeneinnahme durch Moss gegeben habe. Es sei aber am Ende nicht möglich gewesen, nachzuweisen, dass es sich bei dem Pulver nicht auch um eine Substanz gehandelt haben könne, deren Besitz und Einnahme straffrei ist. Nach Angaben britischer Medien haben die polizeilichen Ermittlungen gegen Moss den Steuerzahler rund 200 000 Pfund (etwa 300 000 Euro) gekostet.

Nach der Veröffentlichung der Bilder in zahlreichen Zeitungen hatte Moss mehrere lukrative Werbeverträge verloren. Um ihre berufliche Laufbahn zu retten, machte sie eine Entziehungskur in den USA mit. Zugleich trennte sich das Supermodel von seinem drogenabhängigen Freund, dem Skandalrocker Doherty (27).

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