Keine Hinweise auf möglichen Anschlag
123 Verletzte bei Tankstellenexplosion in Türkei

Bei einer Serie von verheerenden Explosionen an einer Tankstelle in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am Samstagabend mindestens 123 Menschen verletzt worden.

HB/dpa ANKARA. Viele der Verletzten waren unter den etwa 300 Gästen einer Hochzeitsfeier in einem Saal über der Tankstelle. Zehn Menschen erlitten schwere Verletzungen. Davon waren am Sonntag noch vier in einem kritischen Zustand. Insgesamt wurden 46 Menschen am Sonntagmorgen noch in Krankenhäusern behandelt. Die Ursache der Detonationen an einem Tank für Flüssiggas ist noch unklar. Es gäbe aber keine Hinweise auf einen möglichen Anschlag, teilten die Behörden am Sonntag mit.

Zu den drei lauten Explosionen gegen 21.30 Uhr (Ortszeit) sei es beim Auffüllen eines Reservoirs an der Station durch einen Tankwagen gekommen. Zunächst hatten die Behörden eine weitaus höhere Zahl von Opfern vermutet. Den Rettungskräften bot sich in der von Flammen erhellten Dunkelheit ein Bild der Verwüstung. Das Tankstellengebäude brannte lichterloh und wurde fast völlig zerstört, mehrere Autos brannten aus. Erst nach drei Stunden sei es der Feuerwehr gelungen, die Feuer zu löschen. Ahmet Metlu von der Staatsanwaltschaft in Ankara sagte: „Zum Glück konnten die Menschen bereits nach der ersten Explosion in Sicherheit gebracht werden, vermutlich gab es deshalb keine Todesopfer.“

Die meisten der Verletzten hatten zum Zeitpunkt des Unglücks über der Tankstelle fröhlich eine Hochzeit gefeiert. Die anderen Opfer hielten sich nahe der Station in einem dicht besiedelten Wohnviertel der Stadt auf. Der türkische Gesundheitsminister Recep Akdag und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan besuchten die Opfer in den Kliniken.

Innenminister Abdulkadir Aksu hat bereits eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet und Konsequenzen angekündigt. Künftig werde es keine Genehmigungen für neue Tankstellen in geschlossen Stadtgebieten geben, sagte er vor Journalisten. Bei der Untersuchung soll auch geklärt werde, warum die Genehmigung für einen Festsaal über einer Tankstelle erteilt wurde.

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