Keine Milde für Raser: Härtere Strafen für illegale Autorennen gefordert

Keine Milde für Raser
Härtere Strafen für illegale Autorennen gefordert

Härtere Strafen sollen künftig vor illegalen Autorennen abschrecken. Eine wichtige Hürde hat der Gesetzentwurf nun passiert. Der Bundesrat gibt grünes Licht. Das Bundesverkehrsministerium äußert Skepsis.

BerlinZwei getunte Limousinen stehen an einer Straßenkreuzung, die Fahrer spielen mit dem Gas. Breite Reifen, glitzernde Felgen, aerodynamische Karosserie. Dann springt eine Ampel auf Grün, die Autos rasen los. Bis zur nächsten Kreuzung. Schauplatz des Amateurvideos im Internet ist keine abgesperrte Rennstrecke – sondern eine öffentliche Straße irgendwo in Deutschland.

Solches PS-Kräftemessen endet immer wieder mit schweren Unfällen. Schwerverletzte und Tote sind oft die Folge illegaler Autorennen. Teilnehmer und Organisatoren solcher Aktionen kommen bislang mit vergleichsweise milden Sanktionen davon. Das soll sich nun drastisch ändern. Der Bundesrat stimmte am Freitag über eine entsprechende Gesetzesinitiative ab - und gab grünes Licht. Der Entwurf wird nun in den Bundestag eingebracht.

„Wir haben in den letzten Monaten schlimme Fälle feststellen können, wo Autoraserei Leben von Menschen gefährdet oder auch Menschen zu Tode gekommen sind“, sagte der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) im Juli, als er mit Unterstützung aus Hessen den Gesetzesentwurf in den Bundesrat einbrachte. Er will illegale Rennfahrer schlimmstenfalls hinter Gitter bringen und ihnen den Führerschein abnehmen lassen. „Hier machen Leute Rennen und Wettbewerbe auf Kosten anderer“, betonte Kutschaty. Mit dem Leben anderer werde Russisches Roulette gespielt.

In den vergangenen Monaten war es in Deutschland immer wieder zu Kräftemessen auf der Straße mit schlimmen Folgen gekommen. Im Juli waren zwei junge Männer mit ihren Wagen durch die Kölner Innenstadt gerast, kollidierten miteinander. Eine Beifahrerin wurde verletzt. Ein unbeteiligter 69 Jahre alte Fahrer eines Geländewagens starb im Februar in Berlin, weil sein Wagen von einem Rennteilnehmer gerammt wurde.

Auf dem Rücksitz eines rasenden Autos starb im Januar eine junge Frau in Ludwigshafen – zuvor krachte der Fahrer bei einem Rennen in einen Baum. Im vergangenen Jahr starben mindestens zwei unbeteiligte Menschen wegen illegaler Autorennen, zahlreiche wurden verletzt.

Geht es nach den Initiatoren des Entwurfs, soll nun aus einer Ordnungswidrigkeit ein Straftatbestand werden: Bisher drohen Teilnehmern illegaler Rennen 400 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot. „Wir wollen, dass solche Aktionen zukünftig richtig bestraft werden können“, sagte Kutschaty. Er sprach von einem „lebensgefährlichen Trendsport“. In der Länderkammer erklärte er: „Allein in NRW hat es im vergangenen Jahr 230 angezeigte illegale Autorennen gegeben.“

Seite 1:

Härtere Strafen für illegale Autorennen gefordert

Seite 2:

Polizei begrüßt Vorstoß

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%