Keine Milde für Raser: Polizei begrüßt Vorstoß

Keine Milde für Raser
Härtere Strafen für illegale Autorennen gefordert

Polizei begrüßt Vorstoß

Menschen, die an unerlaubten Autorennen teilnehmen, sollen laut Entwurf künftig mit bis zu zwei Jahren Haft und einem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen müssen. Werden Unbeteiligte in Gefahr gebracht, sollen Teilnehmer bis zu fünf Jahre in Haft kommen können. Wird bei einem Rennen ein Mensch schwer verletzt oder getötet, drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Ursprünglich waren im Gesetzesantrag bis zu drei Jahre Haft für Teilnehmer geplant. Ausschüsse im Bundesrat schwächten die Initiative in diesem Punkt aber ab.

Außerdem soll künftig der Führerschein eingezogen werden können. Er müsste dann neu gemacht werden. Bei einer Verurteilung könnten künftig auch die Fahrzeuge für eine längere Zeit weggenommen werden. Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits Skepsis erkennen lassen und angedeutet, die bestehende Gesetzeslage sei ausreichend. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte kürzlich erklärt, wichtig seien verstärkte Kontrollen der Polizei.

Polizeigewerkschaften begrüßten den Vorstoß allerdings ausdrücklich. Es sei dringend notwendig, deutlich zu machen, dass es sich um ein „sehr schweres Vergehen“ handelt, das Leben unschuldiger Menschen gefährde, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, im Juli. Härtere Strafen seien ein zwar deutlicher, aber dennoch notwendiger Schritt, sagte sein Amtskollege von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow. Er sei wichtig, weil illegale Autorennen in der Vergangenheit immer wieder zu tödlichen Unfällen geführt hätten.

Der Kölner Professor für Physikdidaktik André Bresges, der die Raserszene untersucht, beobachtet zunehmend auch ältere Männer, die sich teure Wagen leisten können und an solchen Rennen teilnehmen. Typische Raser schalteten in Rennsituationen Risiken aus: „Er ist jetzt nur noch in seinem Auto, nur noch auf der Piste, will nur noch gewinnen - koste es, was es wolle“, beschrieb Bresges eine typische Situation.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%