Keine Pandemie
Schweinegrippe: Entwarnung von Uno und WHO

Nach Mexiko geben jetzt auch die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation bei der Schweinegrippe Entwarnung. Nach Darstellung von WHO-Chefin Margaret Chan gibt es keine Anzeichen, dass die Grippe die Ausmaße der Spanischen Grippe 1918 annehmen wird.

HB MEXIKO-STADT. Auch Mexiko signalisierte Entspannung. Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Marcelo Ebrard, kündigte für diese Woche eine Rückkehr zur Normalität an, nachdem das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gekommen war.

In einer per Video aus Genf übertragenen Botschaft an die UN-Vollversammlung sprach Chan von jetzt 1003 Fällen der neuen Grippe, die in 20 Ländern nachgewiesen worden sei. Sie hatte zunächst nicht ausgeschlossen, dass die WHO noch am Montag die Stufe sechs und damit Pandemie-Alarm ausrufen könnte. Doch selbst das würde nicht das Ende der Welt bedeuten, sagte sie, obwohl Grippeviren wegen ihrer Unberechenbarkeit nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürften. Von den 20 Ländern, in denen die Influenza H1N1 grassiert, ist Mexiko mit fast 600 Fällen und 25 Toten am schwersten betroffen. In Deutschland gab es am Montag unverändert acht Erkrankungen und zehn Verdachtsfälle.

Um eine weitere Verbreitung des neuartigen Grippevirus H1N1 zu verhindern, blieben in Mexiko auch zu Beginn der neuen Woche Geschäfte und Büros geschlossen. Bürgermeister Ebrard stellte jedoch für die kommenden Tage die Rückkehr zum normalen Leben in Aussicht. Bars, Restaurants, Kinos und Theater würden jedoch aus Sicherheitsgründen noch eine Zeit lang geschlossen bleiben. Auch die Regierung gab Entwarnung. Der Verlauf der Krankheit habe sich beruhigt. "Die Zahl der Fälle geht zurück", sagte Präsident Felipe Calderon.

Aus Sorge vor einem Übergreifen der Krankheit auf Tierbestände haben weltweit 20 Länder die Einfuhr von lebenden Schweinen, Schweinefleisch, Rindern, Geflügel, Futtermittel und tierischem Samen untersagt. Darunter sind nach einer Reuters vorliegenden übersicht der WHO Länder wie Russland, China, die Schweiz, Kroatien, Indonesien, Thailand und Ecuador. Vom Importverbot sind vor allem Mexiko, die USA und Kanada betroffen. Im Handel mit Schweinefleisch werden jährlich weltweit etwa 26 Mrd. Dollar umgesetzt.

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