Keine Terrorgefahr: Ehestreit war Grund für Flug-Umleitung

Aus aller Welt
Keine Terrorgefahr: Ehestreit war Grund für Flug-Umleitung

Der alarmierende Anruf eines Fluggastes, dessentwegen eine Boeing Stunden nach dem Start in New York gestoppt wurde, war keine Terrorwarnung. Der Mann lag laut Medienberichten vielmehr im Streit mit seiner Ehefrau.

HB BERLIN. Ein Ehestreit führte dazu, dass der Flug 201 der Air Maroc von New York nach Marokko am Freitagmorgen nur Stunden nach dem Start gestoppt wurde. Als das Flugzeug am Donnerstagabend vom New Yorker Kennedy Airport abhob, hatte ein Privatdetektiv in Chicago bereits das FBI darüber informiert, dass etwas an Bord nicht stimme. Vier Stunden später landete das Flugzeug, eine mit 91 Personen besetzte Boeing der 767, wieder in den USA. Ein 27 Jahre alter Investmentbanker, Zubar Ghias, wurde auf dem Bangor International Airport in Maine vom FBI in Gewahrsam genommen, während die Maschine ohne ihn wieder startete.

Der Mann war den Behörden suspekt. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AP war Ghias zuletzt am vergangenen Samstag gesehen worden, als er ins Büro fahren wollte. Im Büro kam er nie an. Sein Auto wurde gefunden, zudem stellte sich heraus, dass er fern seiner Wohnung, in einer Gegend, die er sonst nicht aufsucht, 5000 Dollar an einem Bankautomaten gezogen hatte. Danach verlor sich seine Spur, bis mit seiner Kreditkarte in New York am Donnerstag unter anderem Klebstoff und Klebeband gekauft wurde.

Ghias galt weiter als vermisst, bis er unmittelbar vor dem Start aus dem Air-Maroc-Flugzeug seine Frau anrief und sagte: «Ich bin auf Flug 201 nach Marokko. Ich wurde von Al Qaeda festgehalten, sie wollen, dass ich etwas für sie tue. Ich liebe Dich. Ich muss es tun.» So zitierte ihn der Privatdetektiv Eddie Rizzo. Es war Rizzo, der Ghias' Spur im Auftrag der Familie in den Tagen zuvor anhand seiner Kreditkartendaten nach New York verfolgt hatte.

Der Detektiv informierte das FBI, nachdem er die Nummer zurückgerufen hatte, wie er dem «Atlanta Journal» sagte. Es war das Mobiltelefon eines anderen Fluggasts, der die Flugnummer bestätigte.

Wie sich jedoch später herausstellte, war nach Angaben des Senders CNN Ghias' Geschichte erfunden. «Die Informationen über Al Qaeda waren falsch», sagte eine Sprecherin des FBI in Chicago. Das ungewöhnliche Verhalten des Verdächtigen sei auf einen Ehestreit zurückzuführen. «Er war weggelaufen; seine Frau wollte ihn finden», kommentierte ein Regierungsmitarbeiter den Vorfall. Die Ermittlungen gehen weiter.

Die Bundespolizei teilte mit, dass sie Ghias nicht in Haft genommen habe, und eine Sprecherin der Luftfahrtbehörde in Neuengland bestritt Gerüchte über eine Bombendrohung. Sie sagte nur, das Flugzeug sei umgeleitet worden, weil ein Passagier als mögliches Sicherheitsrisiko angesehen wurde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%