Kernkraftwerk Ignalina
Sowjet-Reaktor in Litauen steht nach Kurzschluss still

Das aus Sowjetzeiten stammende litauische Atomkraftwerk Ignalina ist durch einen Kurzschluss in der elektrischen Anlage lahmgelegt worden. Damit muss das baltische Land beim Nachbarn Russland um höhere Stromlieferungen einkommen.

HB VILNIUS. Wie die Nachrichtenagentur BNS am Freitag meldete, hatte der Störfall keine Auswirkungen auf den radioaktiven Bereich des Meilers. Der 1 400-Megawatt-Reaktor produziert einen Großteil der Elektrizität in Litauen. Ein Sprecher des litauischen Stromversorgers Lietuvos Energija erklärte, man müsse umgehend mit Russland über eine Erhöhung der Stromexporte von dort verhandeln.

Die baltischen Staaten und Polen wollen zur Verringerung ihrer Energie-Abhängigkeit von Russland gemeinsam ein neues Atomkraftwerk in Ignalina mit einer Kapazität von 3 200 bis 3 400 Megawatt bauen. Sie haben sich aber bisher nicht auf einen Fahrplan einigen können.

Der letzte noch produzierende Reaktor in Ignalina muss bis 2009 abgeschaltet sein. Dies hatte Brüssel zur Bedingung für die Aufnahme Litauens in die EU gemacht. Der Meiler ist vom gleichen Typ (RBMK) wie jener im ukrainischen Tschernobyl, der 1986 explodiert war. Vordringlich zur Plutoniumproduktion konstruiert, verfügt die RBMK-Baureihe weder über einen Druckbehälter noch über ein Sicherheitscontainment aus Beton.

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