Kilometerlange Schlange von Gläubigen vor dem Petersdom
Neun Stunden Anstehen für einen Blick

Auch in der Nacht zum Mittwoch haben zehntausende Gläubige Abschied vom verstorbenen Papst Johannes Paul II. genommen.

HB VATIKAN-STADT. Die Schlange vor dem Petersdom erreichte eine Länge von mehr als zwei Kilometern. Einige Menschen warteten neun Stunden lang, um einen Blick auf den aufgebahrten Leichnam zu werfen. „Das ist keine große Sache“, sagte James Dube aus Boston. „Wenn man nicht bereit ist, sich so für seinen Glauben einzusetzen, kann man gleich zu einem Baseballspiel gehen statt in die Kirche.“

Dem Vatikan zufolge zogen stündlich bis zu 18.000 Menschen an dem Papst vorbei. Montag und Dienstag hatten insgesamt eine Millionen Menschen ihm die letzte Ehre erwiesen. Angesichts des Andrangs hatten die Kardinäle beschlossen, den Dom ohne Unterbrechung bis Donnerstagabend geöffnet zu halten. Dann soll der Leichnam des 84-Jährigen in einen Sarg umbettet werden, bevor er am Freitag in der Krypta unter dem Petersdom seine letzte Ruhe findet. Das Gotteshaus wird nur nachts kurz zur Reinigung geschlossen.

Zu der dreistündigen Trauerfeier am Freitag werden zwischen zwei Millionen und vier Millionen Menschen und etwa 200 Staats- und Regierungschefs in Rom erwartet. Italiens Regierung hat begonnen, groß angelegte Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. „Natürlich mache ich mir Sorgen“, sagte Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi Journalisten. „Aber nur so viele, wie Sie sich auch machen würden, so viele, wie man sich machen sollte.“

US-Präsident Georg W. Bush trifft nach Angaben aus Washington bereits am Mittwochabend in Rom ein. Am Donnerstag wird er zu politischen Gesprächen mit Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi und Ministerpräsident Silvio Berlusconi zusammentreffen.

Neben dem amtierenden US-Präsidenten haben sich auch seine Vorgänger Bill Clinton und George Bush Senior angekündigt. Unter den Gästen sind außerdem UN-Generalsekretär Kofi Annan, Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Bei einer nationalen Trauermesse in Warschau nahmen am Dienstag knapp 300 000 Polen Abschied von dem aus Polen stammenden Papst. Zur zentralen Trauermesse in Deutschland werden am heutigen Mittwoch Bundeskanzler Gerhard Schröder und sein Kabinett erwartet. Den Gottesdienst leiten unter anderen Kardinal Karl Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, und der Berliner Erzbischof Kardinal Georg Sterzinsky.

Für die anstehende Papstwahl gibt es noch keinen Termin.

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