Kinderpornographie auf Computern
Priesterseminar wegen Sexskandal geschlossen

Der vom Papst entsandte Ermittler hat das durch einen Kinderporno-Skandal in die Schlagzeilen geratene Priesterseminar im niederösterreichischen St. Pölten „mit sofortiger Wirkung“ geschlossen.

HB ST.PÖLTEN. Es habe schwerwiegende Fehlentwicklungen gegeben, sagte der Ermittler, Bischof Klaus Küng, vor Journalisten. Die Verfehlungen betrafen Küng zufolge Pornografie und homosexuelle Beziehungen. „Dies wurde spätestens durch die pornografischen Bilder deutlich, die von einigen Seminaristen geradezu suchtartig aus dem Internet geladen wurden“, sagte Küng.

Im überwiegend katholischen Österreich hatte die Entdeckung von Kinderpornografie auf Computern des Priesterseminars einen Skandal ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten eröffnete wegen dieser Bilder ein Verfahren gegen einen 27-jährigen Priesterschüler aus Polen.

Strafrechtlich nicht zu verfolgen waren weitere Vorgänge in dem Seminar, die jedoch nicht nur in Kirchenkreisen für großes Aufsehen sorgten. Das Wiener Nachrichtenmagazin „Profil“ hatte Fotos von Priestern veröffentlicht, die diese bei innigen Küssen und in Umarmungen mit Priestern in Ausbildung zeigten. „Sehr schmerzhaft war es für mich festzustellen, dass sich aktive homophile Beziehungen gebildet haben“, sagte Küng.

Der für die Diözese verantwortliche Bischof von St. Pölten Kurt Krenn hatte die abgelichteten Vorgänge als „Bubendummheiten“ während einer Weihnachtsfeier bezeichnet. Er hat es bislang abgelehnt, wegen der Vorfälle in seiner Diözese zurückzutreten. Küng äußerte sich nicht zu Krenn.

Der Vorarlberger Bischof Küng war von Papst Johannes Paul II. als apostolischer Visitator nach St. Pölten geschickt worden. Sein Auftrag ist es, die Probleme in der Diözese und vor allem im Priesterseminar zu untersuchen.

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