Kirche
Papst und Obama werden warm miteinander

De Zeit der Kontroversen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem Papst sind vorbei. Papst Benedikt XVI und Obama haben sich unter vier Augen im Vatikan getroffen.

HB ROM. Kleiner Gipfel in Rom: Papst Benedikt XVI. hat US- Präsident Barack Obama am Freitag erstmals im Vatikan empfangen. Bei einem 35-minütigen Gespräch unter vier Augen in der Privatbibliothek des Papstes informierte Obama das Kirchenoberhaupt über die Ergebnisse des G8-Gipfels. Das Treffen im mittelitalienischen L'Aquila sei „sehr produktiv und konkret“ gewesen sei, erläuterte Obama. So wollten die führenden Industrie- und Schwellenländer den Bauern in den ärmsten Ländern der Welt mit 20 Mrd. Dollar unter die Arme greifen.

„Nach der großen Kälte Zeichen der Freundschaft“, hatten Zeitungen im Vorfeld des Treffens in Rom geschrieben. Sie bezogen sich dabei auf monatelange Kontroversen bei den Themen Abtreibung und Stammzellenforschung zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan. Obama hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Januar einen liberaleren Kurs bei den Bestimmungen zu Abtreibung und Stammzellforschung als sein Vorgänger George W. Bush eingeschlagen. So hob er eine Verordnung auf, wonach Finanzhilfen für internationale Organisationen untersagt waren, die Abtreibungen unterstützen oder ausführen. Der Vatikan hatte ihn deswegen mehrfach scharf kritisiert.

Allerdings wolle auch Obama, dass die Zahl der Frauen, die abtreiben, sinkt, wurde jüngst der einflussreiche Schweizer Kurienkardinal Georges Cottier zitiert. „Seine (Obamas) Worte gehen in die Richtung, das Übel zu verringern. (...) Das ist natürlich nur ein Minimum - aber ein wertvolles Minimum“, betonte Cottier vor kurzem in der Monatszeitschrift „30 Giorni“. Er sei berührt von der Sprache des neuen US-Präsidenten. „Sie zeigt einen Blick auf die Politik, der starke Berührungspunkte mit wesentlichen Elementen der katholischen Soziallehre hat.“

Der Kirchenstaat hofft, beim Kampf gegen den Hunger und gegen wirtschaftliche Benachteiligungen sowie beim interreligiösen Dialog in Obama einen Verbündeten zu finden. Ein Herzensanliegen war von jeher das Heilige Land. Möge Obama die Kraft haben, einen dauerhaften Frieden auf der Basis einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten durchzusetzen, heißt es aus dem Vatikan.

Während des Treffens wartete Obamas Frau Michelle, ganz in Schwarz gekleidet und mit transparentem schwarzen Schleier, im Damasus-Hof des Vatikans. In einer schwarzen Wagenkolonne verließ das Paar den Kirchenstaat, noch am Abend wurde sie in dem westafrikanischen Staat Ghana erwartet.

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