Kirche und Staat
Spanier gehen gegen Papstbesuch auf die Straße

Demonstranten beim Protest gegen den Papstbesuch in Madrid stoßen sich daran, dass Steuergelder des angeschlagenen Staates für das Katholikentreffen ausgegeben würden. Veranstalter und Politiker sehen das anders.
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MadridTausende Spanier haben am Mittwoch beim Weltjugendtag in Madrid gegen den anstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. demonstriert. Die Demonstranten protestierten dagegen, dass Steuergelder für das Treffen der Kirche und für den Papst-Besuch ausgegeben würden. Sie verlangten eine vollständige Trennung von Staat und Kirche.

Zu der Kundgebung am Vorabend der Ankunft des Pontifex hatten mehr als 140 Gruppen und Organisationen aufgerufen. Der staatliche spanische Rundfunk RNE bezifferte die Zahl der Demonstranten auf mehr als 5000. Auf dem Platz Puerta del Sol im Zentrum der Stadt kam es zu heftigen Wortgefechten zwischen Teilnehmern der Kundgebung und jungen Katholiken, die den Weltjugendtag besuchen.

Ein Chemiestudent hatte nach Ermittlungen der Polizei einen Giftgas-Anschlag auf die Kundgebung der Papstgegner geplant. Der 24-jährige Mexikaner wurde am Dienstag festgenommen.

Die Veranstalter des Weltjugendtages bestreiten, dass der Staat das Treffen mit Steuergeldern finanziere. Nach ihren Angaben wurden die 50 Millionen Euro, die das Glaubensfest kostet, von den Teilnehmern selbst sowie mit Hilfe von Spenden aufgebracht. Auch die spanische Regierung wies den Vorwurf der Demonstranten zurück. Spanien gewinne bei dem Papstbesuch mehr als es dafür ausgebe, sagte Regierungssprecher José Blanco.

Auf dem Weltjugendtag, der bis zum Sonntag in Madrid gefeiert wird, werden insgesamt mehr als eine Million Teilnehmer erwartet. Höhepunkt soll ein Gottesdienst sein, den der Papst zum Abschluss auf dem Flugplatz Cuatro Vientos abhalten wird.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kirche und Staat: Spanier gehen gegen Papstbesuch auf die Straße"

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  • Aber das ganze Geld, was in Spanien für Fußball ausgegeben wird, dagegen geht dort niemand auf die Straße. Es gibt derzeit kein Land in Europa, das verkommener ist als das einst so stolze katholische Spanien. Das wird nicht leicht werden für den Papst an diesem Wochenende!

  • Aberglaube ist eben nicht so schnell auszurotten.
    In jedem Dorf ist die Kirche das größte Gebäude.

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