Kirchen
Papst verlangt scharfes Vorgehen gegen pädophile Priester

dpa ROM. In einem dramatischen Appell hat Papst Benedikt XVI. zu energischem Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch durch Priester aufgerufen. Oberste Ziele in solchen Fällen seien völlige Aufklärung und Bestrafung, Vorbeugung gegen Wiederholung sowie Hilfe für die Opfer, sagte er am Samstag in Rom bei einem Treffen mit irischen Bischöfen.

Mit Blick auf Skandale durch pädophile Priester auch in Irland sprach Benedikt ausdrücklich von „Verbrechen“ und nicht nur von „Sünden“. Dies sei das erste Mal seit seinem Amtsantritt im April 2005, dass sich der Papst ausführlich zu dem Thema äußerte, hieß es in Rom.

Wörtlich fügte der deutsche Papst hinzu: „Ein solcher Missbrauch ist umso tragischer, wenn die Täter Priester sind. Die Wunden, die durch solche Taten geschlagen werden, gehen tief.“ Die Zeitung „La Repubblica“ kommentierte am Sonntag: „Die Wut des Papstes“.

Es gehe jetzt darum, dass die Kirche nach Fällen von Kindesmissbrauch verlorenes Vertrauen wieder aufbaue, sagte der Papst laut Radio Vatikan weiter. „Wichtig ist auch, die Wahrheit über das, was in der Vergangenheit geschehen ist, herauszufinden und alle nötigen Schritte zu unternehmen, damit so etwas nicht wieder passiert. Die Prinzipien der Gerechtigkeit müssen respektiert werden, vor allem aber verdienen die Opfer und alle, die von diesen furchtbaren Verbrechen betroffen sind, jede Hilfe.“

In den vergangenen Jahren waren in vielen Ländern Fälle von sexuellem Missbrauch durch pädophile Priester ans Tageslicht gekommen. Vor allem die Vorfälle in den USA hatten für weltweite Empörung gesorgt, wo Missbrauch über Jahre hinweg von hohen Kirchenführern vertuscht worden war. Nach Angaben der Zeitung „La Repubblica“ muss die Kirche allein in den USA bis zu eine Milliarde Dollar Entschädigungen zahlen.

In einem aktuellen Fall müssen das Erzbistum Los Angeles und der Karmeliterorden an sieben Opfer sexuellen Missbrauchs zehn Mill. Dollar (knapp acht Mill. Euro) Entschädigung zahlen. Laut „New York Times“ vom Samstag waren die Opfer in den 50er bis 70er Jahren von Kirchenmitarbeitern missbraucht worden.

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