Klage gegen NDR eingereicht
Eva Herman will zurück auf den Bildschirm

Von ihren umstrittenen Äußerungen über die familiären Werte im Dritten Reich will sich Eva Herman nicht distanzieren. Aber ihren Job als Moderatorin, den sie wegen eben jener Äußerungen verloren hatte, will sie unbedingt zurück. Die Blondine hat nun Klage gegen den Norddeutschen Rundfunk eingereicht. Ihrem Ex-Arbeitgeber bereitet das aber keine Sorgen.

HB HAMBURG. Die vom NDR gekündigte Moderatorin Eva Herman will weiter für den Sender arbeiten und hat beim Hamburger Arbeitsgericht eine entsprechende Klage eingereicht. Diese sei dem NDR am Montagabend zugestellt worden, teilte ein Sprecher des Senders am Dienstag mit. Der NDR hatte die Zusammenarbeit mit der Autorin nach ihren missverständlichen Äußerungen zur Familienpolitik der Nationalsozialisten beendet.

Herman verlange den „Fortbestand des Beschäftigungsverhältnisses“, berichtete Sprecher Martin Gartzke. Der NDR habe die Klage mit Gelassenheit aufgenommen. Die frühere „Tagesschau“-Sprecherin führte unter anderem durch die Talkshow „Herman und Tietjen“.

Eine Richterin des Arbeitsgerichts teilte mit, dass es für die streitenden Parteien am 29. November einen Gütetermin vor Gericht geben werde. Sollten die Prozessgegner ihren Streit bis zu dem Termin nicht außergerichtlich beigelegt haben, werde ein Richter versuchen, ihnen Vorschläge für eine gütliche Einigung zu machen. Werde eine solche nicht erreicht, komme es zur Verhandlung vor einer Kammer.

Quotenrekord für Kerner

Ganz vom Bildschirm verschwunden ist Eva Herman aber sowieso noch nicht. Am Dienstagabend war sie zu Gast bei Johnnes B. Kerner. In der Talkshow kam es zum Eklat, der mit dem Rausschmiss der umstrittenen Autorin und Moderatorin endete. Dieser Ausschluss aus der laufenden TV-Sendung hat Kerner eine Spitzenquote eingebracht: Rund 2,65 Mill. Zuschauer sahen die Show, wie Media Control am Mittwoch in Baden-Baden mitteilte. Das entsprach einem Marktanteil von 18,1 Prozent. Kerner erzielte damit die höchste Einschaltquote des Jahres mit seiner Sendung.

Der Moderator hatte Herman am Dienstagabend nach etwa 50 Minuten Diskussion aus seiner Sendung ausgeschlossen, weil sich die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin nicht ausreichend von ihren umstrittenen Äußerungen über die familiären Werte im Dritten Reich distanzierte.

Auf besonderes Interesse stieß den Angaben zufolge die Sendung bei Erwachsenen ab 65 Jahren. 1,17 Mill. Zuschauer dieser Altersgruppe schalteten ein, was einem Marktanteil von 29 Prozent entsprach. Als weitere Gäste waren die Schauspielerin Senta Berger, Ex-Moderatorin Margarethe Schreinemakers und Comedian Mario Barth in der Sendung.

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