Klage zugelassen
Basketball-Star Bryant droht lebenslänglich

Wegen Vergewaltigung einer 19 Jahre alten Hotelangestellten muss sich Basketball-Superstar Kobe Bryant nun vor Gericht verantworten. Das entschied Bezirksrichter Frederick Gannett am Montag in Eagle im US-Bundesstaat Colorado, wo zuvor zwei Voranhörungen stattgefunden hatten. Das erste Mal muss Bryant nun am 10. November vor Gericht erscheinen.

HB EAGLE. An diesem Tag werden dem 25-Jährigen aber nur seine Rechte, seine Anklage und die möglichen Strafmaße vorgetragen. Dem dreifachen Meister der Los Angeles Lakers droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der eigentliche Prozessbeginn wird nicht vor dem nächsten Frühjahr erwartet. Experten gehen sogar davon aus, dass die Verhandlung nicht erst nach dem Saisonende der nordamerikanischen Profi-Liga NBA im Juni, sondern erst nach den Olympischen Spielen im August in Athen beginnt. Bryant ist für das US-Olympia-Team nominiert und möchte auch spielen. Die NBA-Meisterschaft beginnt am 28. Oktober. Die Lakers, die als Titelfavorit gelten, erwarten in der Auftaktpartie die Dallas Mavericks mit dem deutschen Nationalspieler Dirk Nowitzki.

Bryant soll am Abend des 30. Juni auf seinem Zimmer im luxuriösen „Lodge and Spa“ in Cordillera eine Bedienstete nach einem Flirt sexuell missbraucht haben. Er beteuert, unschuldig zu sein. Bryant gab zu, mit dem in dem Ort lebenden Mädchen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, doch mit deren Einverständnis. Für eine Kaution von 25 000 Dollar ist der Multimillionär und Ehevater einer zehn Monate alten Tochter auf freiem Fuß.

Obwohl die Ankläger nur eine „geringe Anzahl von Beweisen“ vorlegten, zeigten diese aber die „angewandte Gewalt“, begründete Gannett auf einer neunseitigen Erklärung seine Anklageerhebung. Die Beweise beinhalten Fotos mit Verletzungen des mutmaßlichen Opfers im Intimbereich sowie Blutspuren an ihrer Unterwäsche und an Bryants T-Shirt. Die Verteidigung verweist unter anderem darauf, dass die Verletzungen bei dem Teenager von sexuellen Kontakten herrührten, die sie zwei Tage vor der angeblichen Vergewaltigungsnacht mit anderen Männern hatte.

Der Fall ist in den USA auf ein riesiges Medieninteresse gestoßen. Beobachter gehen davon aus, dass es noch steigen wird und ein ähnliches Ausmaß wie im Fall von O.J. Simpson erreichen könnte. Dem Football-Star war vor acht Jahren der Mord an seiner Ex-Frau Nicole Simpson zur Last gelegt worden.

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