Klaus Zumwinkel
Der fliegende Rheinländer

Die Erfolgsgeschichte des ehemaligen Staatskonzerns Deutsche Post hat einen Namen: Klaus Zumwinkel.

HB BONN. Wenn Post-Chef Klaus Zumwinkel an die Fenster seines Büros im 40. Stock des Post-Towers tritt, schaut er hinab auf den träge dahinfließenden Rhein. Der Blick reicht weit ins Grüne hinüber zum Petersberg und hinein ins Siebengebirge. Im Bonner Süden scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Doch das Idyll trügt. Hier sitzt einer der dynamischsten Konzerne des Landes: die Deutsche Post. Nach dem Kauf des britischen Logistikers Exel ist der gelbe Riese mit einer halben Million Mitarbeitern in die Top Ten der größten Unternehmen der Welt aufgestiegen.

Die Erfolgsgeschichte des ehemaligen Staatskonzerns hat einen Namen: Klaus Zumwinkel. Manche sprechen nach der Übernahme von Exel bereits von der Krönung einer Ära. Der hochgewachsene Zumwinkel hat aber so gar nichts Majestätisches im Sinn. Heinrich von Stephan (1831-1897) heißt sein historisches Vorbild, der Organisator des deutschen Postwesens. Von Stephan hängt in Öl gemalt in Zumwinkels Büro. Berühmt wurde er vor allem wegen seiner Integrationsleistung. Nun ist Klaus Zumwinkel auf dem besten Wege, von Stephan nachzueifern.

Längst hat er aus der alten "Behördenpost" einen Weltkonzern in der Logistik gemacht. Seine Erfahrung als McKinsey-Manager und Quelle-Chef prädestinierten ihn für den Posten des Sanierers. Zunächst modernisierte er die Post im Inland, investierte in Paket- und Briefzentren. Zumwinkel steigerte die Produktivität und sorgte für schnellere Abläufe.

Dann ging es ins Ausland. Zumwinkel startete eine Einkaufstour rund um den Globus, die ihresgleichen sucht. Den ersten Riesencoup landete er mit dem Kauf des US-Expressdienstes DHL für 2,4 Milliarden Euro.

Als Höhepunkt seiner Post-Laufbahn gilt aber der Börsengang im Jahr 2000 - zehn Jahre, nachdem der in Münster promovierte Betriebswirt als Chef des Postdienstes in Bonn seine Arbeit aufgenommen hatte. 1990 war die Bundespost in die privaten Unternehmen Post, Telekom und Postbank geteilt worden. Bei der Telekom ist Zumwinkel heute Aufsichtsratschef, den Posten des Vorstandschefs hatte er zuvor ausgeschlagen. Die Postbank holte Zumwinkel 1999 in den Konzern zurück und brachte sie im Jahr 2004 ebenfalls an die Börse.

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