Kleine Tochter hält eine Rede
Bewegende Trauerfeier für den „Crocodile Hunter“

Abschied vom australischen TV-„Krokodiljäger“ Steve Irwin. Vor 5000 Zuschauern, Fans und Stars in Irwins Australia Zoo nahe Brisbane hielt die achtjährige Tochter des Fernsehstars und Zoobesitzers eine bewegende Rede.

HB SYDNEY. Irwins Tochter Bindi sagte: „Ich weiß, dass Papa eine wichtige Arbeit getan hat - er wollte die Welt ändern, damit jeder wilde Tiere liebt wie er.“

Der beliebte Star von TV-Serien starb am 4. September, nachdem ihm bei Unterwasseraufnahmen am Great Barrier Reef ein Stachelrochen mitten ins Herz gestochen hatte. Bei der Trauerfeier unter strahlend blauem Himmel, an der auch Australiens Premierminister John Howard teilnahm, floss so manche Träne.

Doch Bindi, die wie früher ihr Vater ganz in Khaki gekleidet war, blieb tapfer. Ihre bewegende Rede las sie ab - ihr kleiner Finger folgte jedem Wort auf dem Blatt Papier. „Ich habe den besten Vater von der Welt verloren“, sagte die Achtjährige, „und ich werde ihn jeden Tag vermissen.“ Die Selbstsicherheit, mit der Bindi ihre Rede vortrug, schien allen Recht zu geben, die in ihr die Nachfolgerin ihres Vaters sehen.

Das temperamentvolle Mädchen hat schon jetzt ihre eigene Naturschutz-Show im Fernsehen. Bei Aufnahmen für diese Serie kam ihr Vater ums Leben. Nach dem Stich ins Herz starb er innerhalb von Sekunden.

Irwins Frau Terri, die aus Amerika stammt, wiegte ihren zweijährigen Sohn Robert im Arm. Sie war zu verzweifelt, um von ihrer Liebe zu dem Mann zu sprechen, den sie immer ihren „verwandten Geist“ genannt hatte. Der Platz neben ihr, wo sonst Irwin gesessen hatte, blieb frei. Diese Geste trug ihr Ovationen ein, als sie mit ihren Kindern zu diesem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit seit dem Unfall erschien.

In Video-Einspielungen zur Trauerfeier, die von TV-Profis moderiert wurde, sagten Prominente wie die Schauspieler Russell Crowe, Cameron Diaz und Kevin Costner sowie Sänger Justin Timberlake, wie viel Irwin ihnen bedeutet hatte. Besonders bewegend waren Ausschnitte aus den 56 Dokumentationsfilmen, die der „Krokodiljäger“ in 20 erfolgreichen Jahren zusammen mit seinem Partner John Stainton gedreht hatte. „Man konnte sich darauf verlassen, dass Steve die beste Aufnahmen machte - und die gefährlichsten“, sagte Stainton.

300 Mill. Menschen verfolgten die Trauerfeier am Fernsehschirm. Irwin, der lange Zeit als Abenteurer belächelt worden war, ist nach seinem Tod zum Volkshelden geworden. Mill. unterbrachen ihre Arbeit, um sich die Trauerfeier anzusehen. Auf Sydneys berühmter Harbour Bridge wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

„Steve Irwin hat auf ganz besondere Weise das Herz der Australier berührt und ebenso die Herzen von Mill. Menschen auf der ganzen Welt“, sagte Premierminister Howard. „Er war genial, authentisch und von unbedingter Hingabe an das Leben.“ Craig Franklin von der Universität Queensland, mit der Irwin lange zusammengearbeitet hatte, lobte die Fähigkeiten de Dokumentarfilmers als Zoologe. Mitarbeiter seinen Zoos priesen seinen Elan. Irwins Vater Bob sagte schließlich: „Bitte, klagt nicht um Steve. Klagt lieber um die Tiere, denn sie haben ihren besten Freund verloren - ebenso wie ich."

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