Kleinkind im Fluss ertrunken
Lage in Hochwassergebieten bleibt dramatisch

Für die Menschen in den ostdeutschen Hochwassergebieten wird es auch in den kommenden Tagen keine Entwarnung geben.

HB DRESDEN. In Dresden und der Sächsischen Schweiz erreichte die Elbe am Dienstag ihren voraussichtlichen Höchststand. Die Situation bleibt aber kritisch, weil das Wasser nach Expertenschätzung nur sehr langsam zurückgehen wird. In Oberösterreich ertrank in den Hochwassergebieten ein 18 Monate alter Junge in einem Fluss. Auch in Tschechien, wo mehrere Menschen in den Fluten starben und mehr als Zehntausend Bewohner ihre Häuser verlassen mussten, keimte trotz leicht sinkender Wasserstände keine Hoffnung auf Entspannung auf.

„Die Lage ist stellenweise sehr ernst, und eine Entspannung im Moment nicht absehbar“, sagte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU). Wegen des starken Dauerdrucks auf die aufgeweichten Deiche, die vielerorts verstärkt und erhöht werden müssen, sollen die Kontrollen nochmals verstärkt werden.

Der lang gestreckte Hochwasserscheitel floss Richtung Norden. In Sachsen-Anhalt werden Höchststände der Elbe am Wochenende erwartet. Für Magdeburg und weitere Städte wurde die höchste Warnstufe ausgegeben, in weiten Gebiete wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Dennoch gingen die Regierungen beider Bundesländer weiter davon aus, dass das Ausmaß der Katastrophe vom Sommer 2002 nicht erreicht wird.

In Bayern, wo die Wasserstände weiter zurückgingen und nur noch in wenigen Regionen die Hochwasser-Meldestufen erreichten, ertrank nach Polizeiangaben ein 86-Jähriger nahe Schweinfurt. Der Mann habe im Flüsschen Brend, das Hochwasser führt, Eimer ausgewaschen.

Kritisch blieb die Lage auch in Ungarn. Im Kampf gegen das steigende Hochwasser an der Donau wurden 6000 Soldaten in die Krisengebiete entsandt, um ein Brechen der Deiche zu verhindern. Vor der Parlamentswahl am Sonntag verlegten die ungarischen Behörden zudem mehrere Wahllokale. Der Schiffverkehr auf der Donau wurde weitgehend eingestellt und Schulen geschlossen. Für die ungarische Hauptstadt Budapest wurde ein Rekordstand der Donau von 8,60 Meter erwartet. Dies läge über dem Rekordwert von 8,48 Metern bei der Flut 2002.

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