Klimafolgen
China erlebt schwerste Dürre seit 50 Jahren

Die chinesische Regierung hat wegen einer schweren Dürre im Zentrum und Norden des Landes den Notstand ausgerufen. Seit November hat es in den betroffenen Gebieten nicht mehr geschneit oder geregnet. Experten fürchten schwere Ernteausfälle.

HB PEKING. Rund vier Millionen Menschen mangelt es an Wasser. Die Dürre bedroht das Wintergetreide in acht Provinzen. Knapp die Hälfte der winterlichen Getreideproduktion ist betroffen. Rund 1,85 Millionen Stück Vieh leiden unter Wassermangel. Eine Besserung des Wetters ist nicht in Sicht. In den betroffenen Regionen wird für die nächsten zehn Tage kein Regen vorhergesagt.

Mit der Ausrufung des Notstands der Stufe Zwei wurden die örtlichen Behörden angewiesen, mit allen Mitteln die Ernten zu sichern. Auch wurden Notfallpläne aktiviert. Besonders den Bauern, die ihre Felder bewässern müssen, soll geholfen werden. Zehntausende Helfer sollen aktiviert werden, um Trinkwasser für Mensch und Tier sicherzustellen. Besondere Finanzhilfen sollen für besonders arme Gebiete bereitgestellt werden. Es solle auch versucht werden, Regen künstlich auszulösen, indem Wolken geimpft werden.

Der Dürrenotstand wurde in den Provinzen Henan, Anhui, Shanxi und Shaanxi ausgerufen. Betroffen sind auch Shandong, Hebei, Gansu, Jiangsu sowie Regionen von Hubei und Hunan. In vielen Gebieten sind die Niederschläge um 70 Prozent niedriger als sonst. "Die Dauer, das Ausmaß und die Auswirkungen der Dürre sind selten", sagte der Chef der Meteorologischen Verwaltung, Zheng Guoguang, laut "China Daily".

In der zentralchinesischen Provinz Henan ist die Dürre die schlimmste seit mehr als fünf Jahrzehnten. 63 Prozent der Getreidefelder sind dort betroffen. Auch die Provinz Anhui leidet schwer unter den ausbleibenden Regenfällen. Die Getreideproduktion in den besonders unter Trockenheit leidenden Regionen der beiden Provinzen dürfte um 20 Prozent zurückgehen. In der Hauptstadt Peking hat es seit mehr als 100 Tagen nicht geregnet, was zuletzt vor 38 Jahren passiert war.

Experten sind besorgt, dass die wirtschaftliche Abkühlung in dem Schwellenland durch die Dürre verschärft werden könnte. Die betroffenen Regionen sind oft Heimat von Wanderarbeitern, die infolge der Wirtschaftskrise ihre Stelle verloren haben. Laut einer Studie kehrte mehr als jeder siebte der rund 130 Millionen Wanderarbeiter mit leeren Händen wieder aufs Land zurück. Die Führung in Peking macht sich Sorgen über die rapide Steigende Zahl an Arbeitslosen, Unruhen werden befürchtet.

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