Klimawandel
Weihnachten künftig nicht mehr weiß

Mit weißen Weihnachten könnte es in Deutschland künftig ganz vorbei sein. In den letzten Jahren war der Dezember hierzulande deutlich zu warm - und die Temperaturen sollen weiter ansteigen. Experten sind alarmiert.

HB FRANKFURT. Seit 1960 stiegen die Temperaturen im Dezember um durchschnittlich zwei Grad pro Jahr, wie eine Auswertung der Umweltorganisation WWF von Wetterdaten sechs deutscher Messstationen ergab. "Die vom Deutschen Wetterdienst erhobenen Daten zeigen zwar regionale Unterschiede, aber in der Tendenz weisen die Kurven fast überall nach oben", erklärte der WWF. In Hamburg lagen die Tagesmittelwerte im Dezember 2006 demnach 5,8 Grad über dem historischen Durchschnitt, in Stuttgart waren es 4,8 Grad.

Auch das übliche Weihnachtstauwetter, während dessen um Weihnachten und Neujahr herum oft ein Tiefdruckgebiet für eine kurzfristige Schneeschmelze sorgt, fällt wegen der warmen Temperaturen in diesem Jahr aus. "Zum einen liegt kaum Schnee, der tauen könnte, zum anderen spielt sich die Tiefdrucktätigkeit weit entfernt von Deutschland ab", erklärte Thomas Schmidt vom Deutschen Wetterdienst. Stattdessen sorge ein kräftiges Hoch von Irland bis zum Balkan in Deutschland vielerorts für neblig-trübe Aussichten.

"Nennenswerten Schneefall verspricht eine solche Wetterlage jedenfalls nicht", konstatierte der Meteorologe. "Insofern wird man wohl in weiten Teilen Deutschlands grüne Weihnachten feiern müssen." Nur in den Hochlagen der Gebirge, wo bereits Schnee liege, bleibe er weitgehend erhalten. Dort nage allerdings die Sonne an der weißen Decke. Da hilft nur Kunstschnee: Zumindest nachts kann er dank frostiger Temperaturen in den Alpen auf die Hänge geworfen werden.

"Der Klimawandel wird auch Deutschland verändern, wenn wir nicht umgehend handeln", betonte WWF-Klimaexpertin Regina Günther. Die nächste Chance hierfür sei die deutsche EU-Präsidentschaft und der G8-Vorsitz im kommenden Jahr. Jetzt liege es an Deutschland, sich als glaubhafter Vorreiter im Klimaschutz zu positionieren.

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