Kölner Seilbahn
65 Fahrgäste saßen stundenlang in Gondeln fest

Eine Gondel der Kölner Seilbahn verkeilt sich. 65 Menschen sitzen in den kleinen Kabinen hoch über dem Rhein fest. Fast fünf Stunden mussten viele der Insassen ausharren, um dann von Einsatzkräften abgeseilt zu werden.
  • 0

KölnSchock für 65 Fahrgäste bei der Seilbahnfahrt in luftiger Höhe über dem reißenden Rhein. Am Sonntagnachmittag verkeilt sich eine der 32 Kabinen und macht damit eine Rückfahrt an den Drahtseilen unmöglich. Die Kölner Feuerwehr startete eine großangelegte Rettungsaktion. Da ein Großteil der Kabinen über dem Rhein festhing, mussten zahlreiche Fahrgäste aus großer Höhe auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt werden. Andere wurden über Drehleitern vom Ufer oder der Zoobrücke aus der beängstigenden Lage gerettet.

Knapp fünf Stunden nach dem plötzlichen Not-Stopp der Kölner Seilbahn konnten die Retter alle 65 Insassen aus den Kabinen in Sicherheit bringen, darunter 20 Kinder und Jugendliche. Ein Mann wurde vor Ort wegen Kreislaufproblemen behandelt, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzte habe es nach Angaben der Kölner Verkehrs-Betriebe nicht gegeben.

Eltern und Kinder wurden auf ein Boot abgeseilt

„Sowas ist noch nie passiert“, sagte der Feuerwehr-Sprecher. Im Oktober 2014 war es zwar bei starkem Wind zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste aber nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden - Eltern und Kinder wurden damals auf ein Boot abgeseilt. Auch diesmal musste dieser Rettungsweg gewählt werden.

Bei der Rettung festsitzender Seilbahn-Fahrgäste über dem Rhein bekamen die Rettungskräfte Applaus: Als eine Mutter mit ihrem Kind aus einer der Gondeln auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt wurde und beide sicher ankamen, applaudierten Zuschauer am Rheinufer. Hunderte Menschen verfolgen das Geschehen am Sonntagnachmittag von dort aus.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) dankte den Einsatzkräften für die schnelle Rettung der Seilbahn-Passagiere. „Meine Gedanken waren bei den Kindern und Erwachsenen, die über viele Stunden mutig und geduldig ausharren mussten“, erklärte sie am Abend. Zuvor hatte sie den betroffenen Fahrgästen Mut zugesprochen. Sie sei froh, dass die Menschen hinterher psychologische Hilfe und Betreuung bekämen. Sie hofft, dass die eigentliche Ursache rasch gefunden und für die Zukunft als eine Fehlerquelle ausgeschlossen werden könne.

Nach einer Mitteilung der Stadt Köln hatte eine Gondel der Seilbahn beim Einfahren in die linksrheinische Bodenstation einen Not-Stopp ausgelöst, der dafür da ist, Schlimmeres zu verhindern. Zur eigentlichen Ursache des Notfall war zunächst nichts bekannt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kölner Seilbahn: 65 Fahrgäste saßen stundenlang in Gondeln fest"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%