Kölner "Stunksitzung": Beim WDR darf der Papst nicht kuscheln

Kölner "Stunksitzung"
Beim WDR darf der Papst nicht kuscheln

Leider schon ausverkauft, kann die Kölner "Stunksitzung" zum Glück vor dem Fernseher verfolgt werden. Selbstmordattentäter und Politiker sind zu sehen, nur ein kuschelnder Papst darf beim WDR nicht über den Bildschirm laufen.

HB HAMBURG. Die Kölner "Stunksitzung", eine der populärsten Karnevalsveranstaltungen im Rheinland, unterscheidet sich von anderen Narrenversammlungen deutlich. Sie versteht sich als satirische Alternative zu den traditionellen Prunksitzungen im Kölner Raum. Das WDR-Fernsehen strahlt an diesem Samstag (21.45 Uhr) eine Aufzeichnung der Narrenshow aus, die im Kölner E-Werk ihre Heimat hat.

Für den WDR hat die Satire jedoch ihre Grenzen: Eine Szene mit dem Papst, der den Kölner Kardinal Joachim Meisner kuschelt und knutscht, wird dem Fernsehpublikum nicht gezeigt. Ein Privatmann hatte dagegen Anzeige wegen Störung des religiösen Friedens erstattet - die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit. Der WDR betont, schon vor der Anzeige habe festgestanden, dass die Szene nicht ausgestrahlt wird.

Dagegen wird ein Sketch mit einem Selbstmordattentäter gebracht. Dieser verirrt sich mit Rucksack auf dem Rücken und Zeitzünder in der Hand in ein TV-Studio, um ein Bekennervideo zu drehen. "Warum Frau hier?", fragt der entsetzte Kämpfer, der fortwährend den "Dschihad", den Heiligen Krieg, ausruft, als ihm die Regisseurin Anweisungen erteilt. Die aber bleibt hartnäckig: Bekennervideos kosteten Geld, und ein Selbstmordattentäter müsse selbstverständlich Vorkasse entrichten. Der Mann im Kampfanzug hat aber nichts Bares dabei. Also legt er mit seinem Auftritt vor surrender Kamera los und bekommt während seines Auftritts von einer verschleierten Frau eine Ketchup-Flasche gereicht, die er zu seinem Schrecken in die Kamera halten muss. "Zur Kostenfinanzierung", merkt die Regisseurin an.

Aber auch die heimische Politik beschäftigt die 24. Stunksitzung. Die große Koalition sei eine gute Gelegenheit für die Politik, das umzusetzen, was die Grünen schon lange gefordert hätten: Die Entsorgung der "ausgebrannten Elemente" beispielsweise - die säßen nun auf der Regierungsbank. Und Familienministerin Ursula von der Leyen sei schon längst von den Grünen inspiriert: Sieben Kinder habe sie. Die Hälfte davon habe ihr Mann ausgetragen.

Die Stunksitzungen im Kölner Karneval werden bis zum 28. Februar im Kölner E-Werk aufgeführt. Nach Angaben der Veranstalter sind alle Sitzungen ausverkauft.

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