„Königin zu sein bedeutet viel mehr Arbeit als ich mir vorgestellt habe“
Königin Silvias Geburtstagswunsch ging bereits in Erfüllung

Königin Silvias wichtigster Wunsch zum 60. Geburtstag ging bereits in Erfüllung, dafür hat sie selber Sorge getragen. Elf Tage vor dem großen Tag am 23. Dezember trafen sich in Stockholm Behördenvertreter, Experten und Organisationen zu einem runden Tisch über die aktuellen Probleme von Kindern in der schwedischen Gesellschaft. Das Gespräch stand unter dem vom Hof gewählten Titel „Das Kind? Herzensfrage der Königin“.

HB STOCKHOLM. Einen Tag später präsentierte sich die gebürtige Heidelbergerin den Deutschen bei der Fernsehgala „Ein Herz für Kinder“ als vor allem um Ernsthaftigkeit bemühte Regenten-Gattin. Silvia bekam dort für ihren Einsatz einen Ehrenpreis und für ihre „World Childhood Foundation“ 150 000 Euro überreicht.

Daheim soll der Geburtstag eher „ruhig und nur im engsten Kreis“ gefeiert werden, wie die Königin einer Reporterin des „Svenska Dagbladet“ verriet. Eher ausweichend fiel in dem großen Geburtstagsinterview die Antwort auf die Frage nach ihrem Verhältnis zu dem jetzt anstehenden Wechsel in die Sechziger aus: „Das Positive am Altern ist seine Unausweichlichkeit.“ Man könne ja darauf hoffen, klug und weise zu werden - so ergänzte Silvia ihr „nun ja“ auf das Nachhaken, ob sie das Altern denn nun positiv sehe.

Bei den neun Millionen Bürgern ihrer dritten Heimat - nach Deutschland und der Kindheit in der brasilianischen Heimat ihrer Mutter - gilt Silvia schon lange als klug und vor allem als die Richtige an der Seite ihres Ehemannes, König Carl XVI. Gustaf. Als die damalige Olympia-Chefhostess Silvia Sommerlath den zweieinhalb Jahre jüngeren Carl Gustaf als Kronprinz 1972 bei den Olympischen Spielen in München kennen und lieben lernte, stand es um den Ruf der schwedischen Monarchie alles andere als gut. Mit der Hochzeit 1976 setzte ein stetiger Aufschwung ein. Vorher doch recht kräftige Forderungen nach Abschaffung des Königshauses sind so gut wie verstummt, und das liegt nach einhelliger Meinung aller Hofexperten vor allem an Silvia.

„Königin zu sein bedeutet viel mehr handfeste Arbeit als ich mir vorgestellt habe“, meint die Regentin selbst. Beim jährlichen Festbankett für die Nobelpreisträger beispielsweise ist die Königin nicht nur „auf Arbeit“, weil sie sich festlich herrichten und richtig gut aussehen muss. 1999 hatte ihr Tischherr Günter Grass erzählt, er werde das Geld für seinen Literatur-Nobelpreis zur Hälfte an die Roma abgeben, weil seine Mutter von einer Zigeunerfamilie abstamme. „Ich hab ihm gesagt, er könne noch mehr tun und die Roma-Eltern ermahnen, dass sie ihre Kinder auch zur Schule schicken. Das ist auch bei uns in Schweden ein großes Problem“, erzählte Silvia im Geburtstagsinterview.

Die 26-jährige Kronprinzessin Victoria, das älteste der drei schwedischen Königskinder, hatte öffentlich geklagt, in ihrer Kindheit seien die Eltern zu oft weg gewesen. Natürlich habe sie deshalb ein schlechtes Gewissen, meint die Mutter dazu. Jetzt will sie Victoria, Prinz Carl Philip (24) und Prinzessin Madeleine (21) vor der immer massiveren Verfolgung durch die Klatschpresse schützen und hat mit Hilfe des Hamburger Anwalts Matthias Prinz erfolgreich gegen Fantasiegeschichten in deutschen Regenbogenblättern geklagt. Erfundenes über sie selbst hat Silvia bisher stets unbeanstandet durchgehen lassen, ist aber stets auf der Hut, wenn sie auftritt. Man werde sie in der Öffentlichkeit zum Beispiel nie weinen sehen, obwohl sie durchaus dazu neige: „Natürlich weine ich auch, ich bin ja nur ein Mensch. Aber solche Bilder werden dann von den deutschen Zeitungen in einem Artikel darüber benutzt, dass der König sich angeblich von mir scheiden lassen will.“

Sie selbst empfindet ihre Silberhochzeit mit Carl Gustaf vor zwei Jahren gegenüber dem 60. Geburtstag als wichtigeres Jubiläum: „Dafür hat man ja wirklich gekämpft!“ Ihr königliches Rezept für dauerhaftes Eheglück nach dem „Klick“ und der Liebe auf den ersten Blick in München 1972: „Es muss dauernd Klick machen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%