Konklave beginnt am Montag
Neuer Papst könnte schon Mittwoch feststehen

HB BERLIN. Bereits zwei Tage nach Beginn des Konklave am kommenden Montag könnte ein Nachfolger für Papst Johannes Paul II. feststehen. Das berichtet am Samstag der «Corriere della Sera».

Die Ausgangssituation sei ebenso «unsicher» wie vor der Wahl von Karol Wojtyla 1978, heißt es. Damals genügten acht Wahlgänge, um den Polen in sein Amt zu bringen. Wie vor 27 Jahren hätten die wahlberechtigten Kardinäle keine klare Vorentscheidung für einen bestimmten Kandidaten getroffen, schreibt die Zeitung.

Der deutsche Kardinal und Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, Josef Ratzinger, wird demnach vor allem von lateinamerikanischen Kurienvertretern unterstützt, unter anderem von dem Kolumbianer Alfonso Lopez Trujillo.

Eine andere Fraktion steht hinter dem langjährigen Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Martini. Diese Option befürworteten etwa die deutschen Kardinäle Karl Lehmann und Walter Kasper. Lehmann ist Bischof von Mainz und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Kasper leitet den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen.

Die Stimmen für Martini dürften allerdings nur dazu dienen, eine Wahl Ratzingers zu verhindern. Der 78-jährige Italiener hat bereits erklärt, die Nachfolge von Johannes Paul II. aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten zu wollen. Wie das jüngst verstorbene Kirchenoberhaupt leidet auch Martini an Parkinson.

Denkbar ist nun, dass die Anhänger von Martini dazu gebracht werden könnten, für den derzeitigen Erzbischof von Mailand, Dionigi Tettamanzi oder Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano - den «Außenminister» des Vatikans - zu stimmen.

Die Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Margot Käßmann, sprach sich gegen einen Deutschen als Papst aus. Sie sei dafür, dass ein Kirchenvertreter aus der südlichen Hemisphäre das Amt ausübe, sagte sie der «Financial Times Deutschland». Der neue Papst solle sich vor allem um eine Stärkung der Frauenrechte kümmern. Käßmann kritisierte zudem, dass die katholische Kirche nach wie vor keine Frauen zum Priesteramt zulasse.

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